• Disziplinarverfahren zur Ehrenrettung Charité-Verwaltungschef regt Prüfung seiner Beratertätigkeit an

Berlin : Disziplinarverfahren zur Ehrenrettung Charité-Verwaltungschef regt Prüfung seiner Beratertätigkeit an

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Die Berliner Staatsanwaltschaft sah keinen Anlass für Ermittlungen gegen CharitéVerwaltungschef Bernhard Motzkus, doch jetzt beschäftigt sich die Senatsverwaltung für Wissenschaft mit dessen früherer Beratertätigkeit für den Klinikdienstleister GDD. Den Anlass dafür lieferte Motzkus selbst. In einem Brief an den Präsidenten der Humboldt-Universität hat er ein Disziplinarverfahren gegen sich gefordert. Motzkus will damit die seinen Angaben nach „ungerechtfertigten Beschuldigungen“ im Zusammenhang mit seiner Beratertätigkeit als ehemaliger Verwaltungschef des Virchow-Klinikums entkräften. „Die Firmenverträge werden mir seit Jahren vorgehalten. Ich will das jetzt endgültig geklärt haben“, sagte der Charité-Verwaltungschef. Motzkus beruft sich auf die Fürsorgepflicht seines Dienstgebers. Nach Absprache mit der Universitätsleitung wird das Disziplinarverfahren beim Wissenschaftssenator geprüft, wie eine Sprecherin der Senatsverwaltung bestätigte. Dabei werde „in Ruhe und mit der nötigen Sorgfalt“ vorgegangen, sagte sie weiter.

In der vergangenen Woche hatte die Staatsanwaltschaft Unterlagen überprüft, nach denen der frühere Verwaltungschef des Virchow-Klinikums als bezahlter Berater für eine Firma tätig war, die zugleich Aufträge in Millionenhöhe vom Klinikum erhalten hatte. Die Unterlagen waren der Staatsanwaltschaft vom stellvertretenden Fraktionschef der Grünen im Abgeordnetenhaus, Volker Ratzmann, zugeleitet worden. Er wollte prüfen lassen, inwieweit Korruptionstatbestände erfüllt sind. Die Staatsanwaltschaft sah aber keinen Anfangsverdacht, der Ermittlungen gegen Motzkus gerechtfertigt hätte.

Motzkus spricht von einer rufschädigenden „Dreckskampagne“ und wehrt sich mit rechtlichen Mitteln. Beim Berliner Landgericht erwirkte der Klinik-Manager ein Unterlassungsurteil gegen den SFB. Zugleich geht er gerichtlich gegen das ZDF-Wirtschaftsmagazin WISO vor, das über seine Beratertätigkeit berichtet hatte. Gestern kündigte Motzkus eine Strafanzeige gegen den Klinikdienstleister GSD an. Er wirft der Firma als Nachfolgerin der GDD vor, sie habe seine Personalunterlagen nicht vor unberechtigtem Zugriff geschützt. Motzkus hält es für möglich, dass die ihn betreffenden Dokumente vor einigen Monaten bei einem Einbruch in die Geschäftsräume der GSD gestohlen worden sein könnten. GSD-Geschäftsführer Stefan Herm bestätigte den Einbruch auf Anfrage, versicherte jedoch, dass dabei keine Personaldaten abhanden gekommen seien. wie

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