Berlin : Dividende

Ulrich Zawatka-Gerlach

Sozis können nicht mit Geld umgehen. Mit dieser landläufigen These ist unsereins groß geworden – irgendwie schien auch was dran zu sein an dem Spruch. Inzwischen wissen wir, aus leidvoller Erfahrung, dass auch Christdemokraten, Liberale und Grüne im Umgang mit öffentlichem Vermögen schwindelerregend leichtsinnig sein können. Nur einer scheint alles richtig zu machen: Der wagemutige Finanzdompteur aus Rheinland-Pfalz, Thilo Sarrazin.

Zufällig, das soll kein Vorwurf sein, ist er Sozialdemokrat. Trotzdem hat er die zerrütteten Landesunternehmen in die Ecke mit den schwarzen Zahlen gepeitscht. Da sitzen sie auf ihrem neuen Podest, die Wohnungsunternehmen und Versorgungsbetriebe, sperren ab und zu noch den Rachen auf, aber klemmen ansonsten den Schwanz ein. Sie scheinen gezähmt zu sein und einige bieten demütig Dividenden an. Staatsunternehmen bereichern den Staat, soweit sind wir schon gekommen. Vielleicht sollte Berlin noch ein paar dazukaufen, sanieren und wieder verkaufen. Wir werden reich!

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