Berlin : DNA-Abgleich: Vergewaltiger verurteilt

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Der automatische Abgleich von gespeicherten DNASpuren führte zum Urteil neun Jahre nach der Vergewaltigung: Gegen Erik H. wurde gestern eine Gesamtstrafe von sieben Jahren und vier Monaten Haft verhängt. Das Berliner Landgericht bezog ein früheres Urteil wegen eines anderen Sexualverbrechens gegen den 29-jährigen Lackierer ein. Nach dieser zweiten Tat war sein „genetischer Fingerabdruck“ zur DNA-Datenbank des Bundeskriminalamtes (BKA) geschickt worden. Ende letzten Jahres kam der Treffer aus dem Computer.

Erik H. hatte in einer Sommernacht im Jahr 1995 eine damals 19-jährige Frau von ihrem Fahrrad gerissen und brutal vergewaltigt. Die jetzt 28-jährige Theaterautorin, die bis heute an Panikattacken und Albträumen leidet, hatte kaum noch damit gerechnet, dass man ihren Peiniger jemals finden würde. Doch 1999 schlug H. wieder zu, vergewaltigte eine 26-jährige Frau. Nach vier Jahren Haft kam er auf Bewährung frei, wurde kurz danach als Täter im Fall von 1995 überführt.

„Unsere Wissenschaft ist heute so weit, dass geringfügige Spuren ausgewertet werden können“, hieß es im Urteil gegen H. Die Zunahme von Prozessen gegen mutmaßliche Täter, die Jahre nach einem Verbrechen durch DNA-Analysen überführt wurden, belegen das: Seit zwei Tagen muss sich ein 39-Jähriger wegen Vergewaltigung einer Frau vor acht Jahren verantworten. Morgen beginnt ein Indizien-Prozess gegen einen 39-Jährigen, der an einem Mord im März 2000 beteiligt gewesen sein soll.

Solche Treffer gibt es in letzter Zeit häufiger: Derzeit sind beim BKA rund 355000 Datensätze gespeichert – Spuren von Tatorten sowie DNA-Proben von verurteilten Straftätern und Beschuldigten. Bislang wurden rund 14000 Fälle aufgeklärt. Die DNA-Kartei beim BKA besteht seit 1998. Die Aufklärungsquote lag 2003 bei 22,8 Prozent.K.G./kf

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