• Doch Job-Chancen für Berlins Polizei-Azubis?Innensenator ist sauer auf Hamburg – und will jetzt doch einige behalten

Berlin : Doch Job-Chancen für Berlins Polizei-Azubis?Innensenator ist sauer auf Hamburg – und will jetzt doch einige behalten

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Die rasante Flucht der Berliner Polizei-Azubis nach Hamburg zeigt in der Innenverwaltung offenbar erste Wirkung. „Wir gehen davon aus, auch im nächsten Jahr freiwerdende Stellen mit Auszubildenden besetzen zu können“, sagte Henrike Morgenstern, die Sprecherin von Innensenator Ehrhart Körting (SPD), dem Tagesspiegel. Es könne „keine Rede davon sein, dass Berlin dem Polizeinachwuchs keine Berufschance bietet“. Mit dieser vorsichtigen Ankündigung rückt Innensenator Körting erstmals von seiner bisherigen Aussage ab, die angehenden Beamten nach ihrer Ausbildung ab dem nächsten Jahr aus Einspargründen vermutlich nicht in die Berliner Polizei übernehmen zu können. Morgenstern schränkte allerdings ein: Berlin habe in den letzten Jahren „über Bedarf“ ausgebildet, so dass bei allen Bemühungen dennoch ein Überhang von etwa 420 Azubis bliebe. Deshalb empfehle man, sich auch weiterhin beim Bundeskriminalamt und beim Bundesgrenzschutz zu bewerben.

Ob Körting mit seiner neuen Ankündigung das Vertrauen seiner Nachwuchspolizisten zurück gewinnen kann, ist indes fraglich. In den Berliner Polizeischulen geht die Job-Angst um. Zumal die Übernahmeverhandlungen mit dem Bundesgrenzschutz ins Stocken geraten sind, weil die Frage der Ausbildungskosten noch ungeklärt ist. In einer Absprache mit dem Bundesinnenministerium war ursprünglich vereinbart worden, dass Wechselwillige ihre Ausbildung in Berlin beenden sollen und der Grenzschutz hierfür die Ausbildungskosten übernimmt. Körtings Sprecherin beziffert die Kosten auf 2000 bis 4000 Euro pro Jahr. „Im Einzelnen wird das noch berechnet“, sagt Morgenstern.

Mehr als 600 Berliner haben sich bislang nach Hamburg beworben. 32 der angehenden Polizeibeamten und -beamtinnen haben bereits eine verbindliche Einstellungszusage, zwei wechseln schon im Oktober in die Hansestadt. Weitere 100 gehen bis März. Die Hamburger Offensive ärgert Körting „Schill hat sich nie persönlich an mich gewandt“, sagt der Innensenator und spricht von „Wilderei“. Otto Diederichs

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