Döner-Produktion : Berliner Gammelfleisch-Skandal weitet sich aus

Bei zwei Döner-Produzenten in Wedding sind fünf Tonnen Kalbfleisch beschlagnahmt worden. Die Polizei ermittelt in zwei Fällen. Grünen-Politiker Schäfer erwartet eine "lückenlose Aufklärung".

Berlin - Bei beiden Döner-Produzenten seien bereits zuvor belastete Proben genommen worden, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Jürgen Just, mit. Die Polizei beschlagnahmte in der Firma zudem umfangreiche Geschäftsunterlagen. "Je nach Grad des Fleischzustandes muss der Unternehmer mit einer Geldstrafe oder sogar Haft mit bis zu fünf Jahren rechnen", sagte Just.

Neben den Ermittlungen gegen den Dönerproduzenten gibt es weitere Erkenntnisse zu einer Firma mit Sitz in der Weddinger Beusselstraße. Bislang war in diesem Fall von 95 Tonnen Putenfleisch die Rede gewesen, das teilweise mit Salmonellen verseucht oder wertgemindert gewesen sein soll. Nach neuesten Erkenntnissen hat das Unternehmen zwischen Mai und September 310 Tonnen Putenfleisch von dem italienischen Erzeuger bezogen.

Mehr belastetes Fleisch als angenommen

Somit sei nicht auszuschließen, dass weit mehr belastetes Fleisch in den Handel gelangte, als bislang bekannt, sagte Just. Es sei noch unklar sei, ob es bei den 310 Tonnen Fleisch weitere, bisher noch nicht als wertgemindert erkannte Anteile gebe, so die Sprecherin der Gesundheitsverwaltung. Von den 95 Tonnen, die beschlagnahmt wurden waren, sind der Staatsanwaltschaft zufolge 25 Stichproben untersucht. 19 davon waren gesundheitsschädlich oder wertgemindert.

Der Grünen-Sprecher für Verbraucherrechte Michael Schäfer, erwartet eine lückenlose Aufklärung. Es müsse schnell geklärt werden, "ob und wenn ja wie viel verdorbenes Fleisch in den Handel gelangt sei". Die Grünen forderten den Senat auf, einen schlüssigen Plan vorzulegen, wie in Zukunft verhindert werden könne, dass vergammeltes Fleisch in den Handel gerate. (tso/ddp)

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