Berlin : Doppelgänger

Nadine Lange

Eine barfüßige, dicke Frau steht auf der Heinrich-HeineStraße neben einem riesigen Bauloch. Es scheint, als drifte die ganze Stadt langsam auf dieses Loch zu. Berlin fließt in den Gully. Schade ist es nicht um die hässliche Häuseransammlung, die so kaputt und bedeutungslos ist wie ihre Bewohner. Peter Winsky ist Studienabbrecher, Rumtreiber, Müllwühler. Er nimmt als Manuel Zorn einen Job in der „Agentur für Schlüsselszenen“ an. Hier werden Erinnerungen nachgestellt. Manuels erster Auftraggeber nennt sich seltsamerweise Peter Winsky. Dieses unter Amnesie leidende Ekel taumelt kotzend, hurend, saufend durch die Stadt.

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„Aus dem Leben des Manuel Zorn“ wechselt von Winsky zu Zorn, von der ersten zur dritten Person. Die Spannung trägt den Debütroman der Musiker Almut Klotz und Reverend Christian Dabeler allerdings nicht über die ganze Strecke. Die frühere Lassie-Singerin und der Rocko-Schamoni-Mitstreiter nehmen zu viele abenteuerliche Kurven. So beginnt dieser Mix aus Science-Fiction, Trash und Post-Pop-Roman nie richtig zu grooven.

Almut Klotz, Rev. Christian Dabeler: Aus dem Leben des Manuel Zorn. Roman. Ventil Verlag, Mainz 2005. 221 Seiten, 14,90 €.

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