Berlin : Doppelter Einsatz für Triathleten

2005 wird Berlin zur Stadt der Ausdauersportler: Ein Half-Ironman und ein City-Kurs führen durch Mitte

Steffen Hudemann

Ein Triathlon in Berlin ist für Reinhold Hemker etwas Alltägliches. Jeden Morgen läuft der SPD-Bundestagsabgeordnete von seiner Wohnung in Karlshorst Richtung Köpenick, schwimmt in einem der Seen in der Umgebung und nutzt den Weg zum Bundestag zum Training auf dem Rennrad. Dreimal hat der 60 Jahre alte Politiker schon am Ironman auf Hawaii teilgenommen, dem weltweit bedeutendsten Triathlon. Im kommenden Jahr kann er sich nun erstmals in Berlin mit anderen Athleten messen. Die Hauptstadt bekommt 2005 gleich zwei neue Triathlon-Wettbewerbe: Einen „City-Man“ am 16. und 17. Juli, der im Zentrum der Stadt ausgetragen wird, und den so genannten „Half-Ironman Germany“ im August, als offizielles Qualifikationsrennen für den Ironman auf Hawaii. Reinhold Hemker ist besonders von der zweiten Veranstaltung begeistert: „Ein Ironman in Berlin, das ist so etwas wie ein Lebenstraum für mich.“

Beim Half-Ironman legen die Athleten die Hälfte der Strecke des klassischen Ironman zurück. Das sind immerhin noch 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21 Kilometer Laufen. Die mögliche Route für den Berliner Wettkampf steht noch nicht endgültig fest, könnte aber so verlaufen: Schwimmen im Wannsee, Radrennen über Potsdam nach Berlin, Laufen im Regierungsviertel.

Neben dem Ironman hat sich die Deutsche Triathlon-Union (DTU) gemeinsam mit dem Veranstalter des Berlin-Marathons, dem SC Charlottenburg, darauf geeinigt, 2005 zusätzlich einen so genannten City-Man auszutragen: Nach dem Vorbild des Hamburger „Holsten City-Man“ soll Berlin Gastgeber eines Triathlons im Stadtzentrum werden. Bei diesem Wettkampf ist die Strecke deutlich kürzer als beim Half-Ironman, und auch für ambitionierte Freizeitsportler geeignet. In Hamburg lockte das Spektakel im vergangenen Jahr 250 000 Menschen an den Kurs im Stadtzentrum. Während die dortige Alster aber als sauber genug gilt, wird die Wasserqualität in Berlin das Hauptproblem bei den Verhandlungen von DTU und Senat. Die Triathleten wollen das Schwimmen im Spreebogen austragen. Im Juli wird es einen abschließenden Wasserqualitätstest geben. Ist die Spree zu dreckig, wird im Plötzensee geschwommen.

Hemker selbst ist die geprüfte Wasserqualität nicht so wichtig: Er sprang im vergangenen Sommer nach dem Jogging und vor mehreren Fernsehkameras in die Spree – und fühlte sich pudelwohl.

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