Berlin : Doppelvergaser

Andreas Conrad

meint, dass ein Avus-Denkmal eines zu wenig wäre Doppelt genäht hält besser – die Weisheit muss aus Berlin stammen. Seit ihrer Zwillingsgründung als Berlin-Cölln tendiert die Stadt zum Dualismus, nicht immer freiwillig. Doch auch ohne Not ist ihr ein Exemplar, wovon auch immer, selten genug. Nehmen wir nur einen Tag wie heute: Vormittags wird am Südende der Avus, neben dem Bikertreff der „Spinnerbrücke“, von dem Metallkünstler Joachim Matz sein AvusDenkmal enthüllt – knapp zwei Meter hoch, aus Edelstahl und anderem Metall, oben oval, zur Erinnerung an die legendäre Nord-Steilkurve, ergänzt mit Rennfahrer-Namen und Automarken. Ein privates, ein ehrenwertes Projekt, schon weil nicht einzusehen wäre, dass nur das Nordende der Avus ihr Denkmal erhält. Das steht dort seit 1989, zwei 1935 von Max Esser geschaffene Motorradfahrer, der Sockel aus originalen Nordkurvensteinen. Womit wieder bewiesen wäre: Alles hat einmal ein Ende, nur Berlin hat zwei.

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