Dories Dorrie dreht Doku über Mariachi-Musikerinnen : Fiesta, Fiesta Mexicana

Regisseurin Doris Dörrie hat einen Dokumentarfilm über Mariachi-Musikerinnen in Mexiko gedreht.

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Doris Dörrie hat ihr Herz für Mexiko entdeckt - in einer Straße mit Namen Berlin.
Doris Dörrie hat ihr Herz für Mexiko entdeckt - in einer Straße mit Namen Berlin.Foto: dpa

Berlin liegt genau zwischen Wien und London, und Frida Kahlos blaues Haus ist auch nicht fern. Calle Berlín 2012 – so lautete die Adresse der Wohnung in Mexico City, in der Doris Dörrie vor vier Jahren für einige Zeit lebte, und in dieser Straße hatte sie auch das Produktionsbüro zu ihrem Film „Dieses schöne Scheißleben“ eingerichtet, der an diesem Sonntag, 20 Uhr, im Filmtheater am Friedrichshain, Bötzowstraße 1–5, Publikumspremiere hat. Die Regisseurin hat sich für 19 Uhr angekündigt, es gibt noch Kaufkarten.

Der Titel lässt eine Tragikomödie vermuten, doch es ist eine Dokumentation über Mariachi-Musikerinnen, die in ihrer Macho-geprägten Branche wohl noch seltener sind als Regisseurinnen im deutschen Filmgeschäft. Den Stoff verdankt Dörrie indirekt einer früheren Arbeit und damit auch Berlin. 2010 hatte sie auf der Berlinale ihren Spielfilm „Die Friseuse“ gezeigt, der von einem realen Berliner Vorbild inspiriert war. Damit wurde sie auch zu Festivals in Mexiko eingeladen, blieb gleich zwei Monate in der Calle Berlín, zwischen Calle Viena und Calle Londres, und reiste danach jedes Jahr dorthin. So entdeckte sie auch die Mariachi-Szene auf der Plaza Garibaldi in Mexico City für sich und war besonders von den wenigen Musikerinnen fasziniert, für die es schwer ist, sich in der männerdominierten Mariachi-Welt zu behaupten.

Der Fokus des Films liegt auf María del Carmen, einer jungen Sängerin, die auf dem bei Touristen beliebten Platz auftritt, meist mit männlichen Bandmitgliedern. Während der Wochen vor dem Totenfest „Día de los Muertos“ begleitet Doris Dörrie sie und ihre Kolleginnen der „Estrellas de Jalisco“ und der „Las Pioneras“ bei ihren Auftritten. Das Wissen um den Drogenkrieg und sein alltägliches Sterben stand stets im Hintergrund.

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