Dorotheenstädtischer Friedhof : Restaurieren mit Lotto-Millionen

Auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof werden Ehrengräber mit Mitteln aus der Lottostiftung restauriert. Insgesamt zwei Millionen Euro gab das Landesdenkmalamt seit 2000 aus, um historische Grabanlagen und marode Wege zu erneuern.

Berlin - Der Friedhof in Mitte wurde 1762 angelegt, 1770 fanden die ersten Bestattungen statt. Vor allem im 19. Jahrhundert errichteten sich Großbürger, Staatsbedienstete und Architekten herausragende Grabanlagen. Viele dieser prunkvollen Anlagen waren bis zur Jahrtausendwende in einem sehr schlechten Zustand. Die Ursachen dafür reichen bis zu Bombenschäden aus dem zweiten Weltkrieg zurück. Plünderungen nach der Wende und den Schäden durch sauren Regen und Abgase taten ihr Übriges.

Die historischen Gräber sind häufig als Mausoleen und tempelartige Grabanlagen angelegt. Viele sind mit feinstem Marmor und geschmiedeten Gittern gestaltet. Begraben sind auf dem Friedhof Künstler wie John Heartfield, Anna Seghers, Bertolt Brecht und Johannes R. Becher. Gedacht wird auch der Widerstandkämpfer Dietrich Bonhoeffer und Hans von Donanyi. Philosophen wie Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Johann Gottlieb Fichte und Herbert Marcuse haben hier ihre letzte Ruhestätte. Viele Architekten des 19. Jahrhunderts liegen im Dorotheenstädtischen Friedhof begraben: Zum Beispiel Karl Friedrich Schinkel, Johann Heinrich Streck und Friedrich August Stüler.

Kunst- und kulturgeschichtlich wertvolle Wandgräber um das Mausoleum "Limann" an der Nord-West-Wand des Friedhofs wurden renoviert. Auch eine Anzahl von Einzelgrabanlagen in einem schlechten Zustand wurden restauriert und soweit notwendig, baulich wiederhergestellt. Die Restauratoren kümmerten sich auch um Bronzemedaillons, die sie von Korrosions- und Schmutzschichten befreiten und anschließend konservierten. Außerdem wurden neue Alleebäume gepflanzt.

In Zukunft soll das Familienmausoleum des Architekten Friedrich Hitzig restauriert werden. Die Grabstätte gilt als größte und bedeutendste des Friedhofs. Die Wandfresken des Mausoleums gehören zu den letzten Zeugnissen der Kaiserzeit in Berlin und sind stark gefährdet. Dafür reichen die Mittel der Lottostiftung aber nicht, weswegen das Landesdenkmalamt auf der Suche nach Sponsoren ist. (tso/mhz)

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