• Dorotheenstraße: Einigung zwischen Bund und Land: Die Straße wird für den Verkehr geöffnet

Berlin : Dorotheenstraße: Einigung zwischen Bund und Land: Die Straße wird für den Verkehr geöffnet

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Der Bundestag und das Land Berlin haben sich über die Dorotheenstraße geeinigt. Der Senat habe versichert, dass die Straße nicht Bestandteil eines Ost-West-Verkehrskonzeptes sei, sagte gestern der Vorsitzende der Baukommission, Dietmar Kansy (CDU). Die Straße, die zwischen den Parlaments-Bürohäusern des Jakob-Kaiser-Hauses und dann am Reichstag vorbei läuft, soll zwar von Autos befahren werden können, aber keine breit ausgebaute Magistrale werden.

Die Straße war 1998 für den Durchgangsverkehr gesperrt worden, um die Bauarbeiten in den damals so genannten Dorotheenblöcken zu erleichtern; für acht Monate, wie es hieß. Solange sollte auch das Brandenburger Tor für Autos geöffnet bleiben. Aus den acht Monaten sind nun mehr als zwei Jahre geworden, und mittlerweile ist es zwischen Bund und Land umstritten, ob sie überhaupt wieder eröffnet werden sollte. Zuletzt hatte Kansy Einwände erhoben, als Verkehrssenator Peter Strieder (SPD) Pläne vorstellen ließ, das Brandenburger Tor wieder zu schließen. In Ost-West-Richtung sollte dabei unter anderem die Dorotheenstraße für den Durchgangsverkehr geöffnet werden, dazu die Behrenstraße und die Französische Straße.

Von der Senatsbauverwaltung hieß es, grundsätzlich verfolge man die Politik, Autos aus der Stadt herauszuhalten. Man halte auch daran fest, langfristig das Brandenburger Tor wieder für Autos zu schließen. Wer künftig durch die Dorotheenstraße fahren wolle, könne dies tun, sie sei aber nicht als breite Durchgangsstraße gedacht.

Die Dorotheenstraße wird nun zwar grundsätzlich für Autos geöffnet, sie wird jedoch nur - wie übrigens auch von Anfang an geplant - eine Fahrspur je Richtung haben, dazu zwei Parkspuren sowie sechs Meter breite Bürgersteige. Dazu sind zwei Ampelanlagen vorgesehen. Die Straße werde damit nicht so leistungsfähig sein, dass sie den Ost-West-Verkehr bewältigen könne, sagte Kansy. Verkehrsberuhigt wird die Straße nicht. Schließlich werde das Parlamentsviertel stark von Besuchern frequentiert, die ausreichend Platz bräuchten, sagte Kansy. "Die Zahlen haben sich im Vergleich zu Bonn verzehnfacht, es kommen Millionen von Besuchern."

Derzeit gehe es um die Frage, wann mit dem Ausbau der Straße begonnen werde. Der Senat wolle im Herbst starten, dies beeinträchtige vermutlich jedoch den Bau der Abgeordnetenbüros rechts und links davon, die im Frühjahr 2001 fertiggestellt sein sollen. Die Baukommission hat nun Techniker beauftragt, eine Lösung zu finden.

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