Dreh-Beginn : Hollywood-Stars auf Berliner Straßen unterwegs

An diesem Freitag ist Drehstart für den teuersten deutschen Film aller Zeiten: In „Der Wolkenatlas“ spielen viele Hollywoodstars mit Einer von ihnen ist Tom Hanks.

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Neben Tom Hanks kommen auch Susan Sarandon, Hugh Grant, Jim Broadbent und Halle Barry in die Stadt.
Neben Tom Hanks kommen auch Susan Sarandon, Hugh Grant, Jim Broadbent und Halle Barry in die Stadt.

Das kann kein Zufall sein! Es hat ja schon manches Mal, meist im Zusammenhang mit Katastrophen, Vermutungen über geheime Zusammenhänge zwischen Kino und wahrem Leben gegeben – und jetzt das: Ausgerechnet nach diesem Sommer der regenreichen Wolkengebirge, der immer wieder enttäuschten Hoffnungen auf einen blauen Himmel beginnen in Babelsberg die Dreharbeiten zu einem Film mit dem Titel „Der Wolkenatlas“. Genau genommen an diesem Freitag, an dem es – und das ist nun erst recht seltsam – laut Wetterbericht nicht regnen soll.

Aber bei dem – was man so hört – teuersten deutschen Film aller Zeiten kann man vielleicht auch ein wenig meteorologisches Entgegenkommen erwarten. 100 Millionen Dollar soll er kosten, inklusive der 1,5 Millionen Euro Förderung vom Medienboard Berlin-Brandenburg. Aber ein rein deutscher Film ist es natürlich nicht, auch wenn es jetzt hier in der Region losgeht. Gedreht wird im Studio Babelsberg samt Außendrehs in und um Berlin, auch die Gegend um Köln ist in einigen Szenen dabei, außerdem stehen Orte in Schottland und Spanien auf der Liste des Regietrios von Tom Tykwer und den Brüdern Andy und Lana Wachowski.

Sollte einem auf der Straße in den kommenden Wochen jemand begegnen, der so aussieht wie Tom Hanks, so ist er es wahrscheinlich auch. Der doppelte Oscar-Preisträger, der erst im Juni in Berlin war und seinen Film „Larry Crowne“ vorstellte, ist Hauptdarsteller in der Verfilmung des 2004 erschienenen Romans „Cloud Atlas“ von David Mitchell – in sechs Rollen! Ihm zur Seite stehen die ebenfalls mit Oscars ausgezeichneten Halle Barry, Susan Sarandon und Jim Broadbent sowie Charmeur Hugh Grant. Der begann seinen Berlin-Trip in der vergangenen Woche erst mal als Überraschungsgast auf der Premierenparty von „Männerherzen und die ganz ganz große Liebe“.

Die Geschichte des Films hat Stefan Arndt von der Berliner Produktionsfirma X-Filme, neben Grant Hill einer der beiden Produzenten, einmal salopp so umschrieben: „Ein Typ, der ein ziemlicher Arsch ist, macht mehr durch Zufall eine kleine gute Geste, lernt eine Frau kennen und rettet am Schluss die Welt, die zwischendurch fast untergeht.“ Oder wie es jetzt in der offiziellen Ankündigung des Drehstarts heißt: „Ein Mörder erweist sich als Retter der Menschheit, und die Konsequenzen einer einzigen guten Tat lösen Jahrhunderte später eine Revolution aus.“

Einfach war es sicher nicht, aus dem Roman ein Drehbuch mit absehbar akzeptabler Filmlänge zu destillieren. Schließlich umfasst der Roman einen Jahrhunderte langen Zeitraum, ist aus mehreren Geschichten gewoben worden, ein Irrgarten der Literatur, in dem Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft eng miteinander verflochten sind. Aber Tykwer und die Wachowski-Brüder haben ja auch nicht erst gestern mit der gemeinsamen Arbeit begonnen, sondern basteln seit mehreren Jahren an dem Projekt und dem von ihnen gemeinsam verfassten Drehbuch herum.

Der teuerste deutsche Film war bisher „Das Parfüm“, der immerhin 50 Millionen Euro gekostet hat. Dessen Regisseur muss sich nicht grämen, dass er nun übertrumpft wird. Es war ja ebenfalls Tom Tykwer. Andreas Conrad

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