DREHARBEITEN ZU „VALKYRIE“ : Sicherheitskameras unterm Hakenkreuz?

Während der Dreharbeiten zum Stauffenberg-Film wurden am Wochenende vor dem heutigen Finanzministerium die Hakenkreuzfahnen gehisst und der Reichsadler aufgestellt. Alles wirkte echt – bis auf die modernen Sicherheitskameras. Wir fragten nach.

Herr von Lucke, die Kameras gehören nicht ins Bild! Wurden die vergessen?

Nein, sicher nicht. Wahrscheinlich blieben die bewusst dort hängen, damit die Produktion gefilmt wird. Das schafft zusätzliche Sicherheit für die Crew.

Und wie kriegt man die Kameras dann vom Film runter?

Heutzutage kann man alles retuschieren, was stört. Kabel, Seile oder Sicherheitskameras. Es ist aber sehr zeitaufwendig und ganz schön teuer. Es kann zwischen ein- und zweitausend Euro kosten.

Klick und weg?

Das ist wie bei einem Fotobearbeitungsprogramm, mit dem Sie ihre Urlaubsfotos bearbeiten, dauert aber länger.

Wie lange denn?

Das kommt ganz darauf an, aber ein paar Stunden sind es bestimmt.

Und bei einem ganz großen Objekt?

Das kommt erst gar nicht vor die Linse, dann muss ein anderer Drehort her. Wenn’s aber nicht anders geht, wird’s auch am PC geändert.

Die „Valkyrie“-Produktion schraubt Straßenlampen ab und baut andere auf, aber die Kameras bleiben einfach hängen? Macht das Sinn?

Klar. Was man abmontieren kann und darf, ersetzt man durch Originalrequisiten, das spart viel Arbeit. Sonst müsste die Straßenlampe erst vor einem Greenscreen aufgenommen und dann ins Bild gesetzt werden. Das ist viel teurer als das Ab- und Aufbauen.

Das Gespräch führte Bianca Kirchner

Philipp von Lucke

ist Redakteur

der Zeitschrift

„Film & TV-Kameramann“. Der 53-Jährige arbeitet selbst auch als Kameramann beim Film.

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