Berlin : Drei Bewerber für die Stelle - Innensenator gibt Entscheidung bald bekannt

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Innerhalb der nächsten Wochen will Innensenator Eckart Werthebach seine Entscheidung für einen neuen Polizeivizepräsidenten bekannt geben. "Es wird wirklich bald sein," versprach die Sprecherin der Innenbehörde, Isabelle Kalbitzer. Ob dies allerdings noch im Januar oder erst im Februar sein werde, sei nicht bekannt. Die Stelle ist seit dem Ausscheiden von Dieter Schenk im Juli 1998 frei.

Nach einer ersten Ausschreibung für den Posten Ende 1998, bei der sich auch Landesschutzpolizeidirektor Gernot Piestert beworben hatte, blieb die Stelle unbesetzt. Im September vergangenen Jahres erfolgte eine zweite Ausschreibung im Amtsblatt. Dieses Mal wurde ein Bewerber gesucht, der neben "vorzüglicher sozialer Kompetenz" auch "Motivationsfähigkeit und Kreativität" zu seinen Eigenschaften zählt.

Vor allem sollte er nach dem Ausschreibungstext als Verwaltungsfachmann die Polizei "zu einer modernen, dienstleistungsorientierten und nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen strukturierten und geführten Sicherheitsbehörde" machen. Drei Bewerber fühlten sich der Aufgabenstellung gewachsen: Ein Mitarbeiter des Bundesgrenzschutzes, ein Angehöriger von Europol und ein Regierungsdirektor aus dem Landesschutzpolizeiamt des Polizeipräsidenten. Ihre Bewerbungen liegen seit über drei Monaten beim Innensenator. Zu den einzelnen Bewerbern wollte sich die Sprecherin von Senator Werthebach gestern nicht äußern.

Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte war die Personalpolitik innerhalb der oberen Führungsschicht der Berliner Polizei dadurch geprägt, dass entscheidende Positionen meist mit Bewerbern aus den eigenen Reihen besetzt wurden. Die Gewerkschaften und vor allem die Bündnisgrünen haben deshalb schon häufig verlangt, hochrangige Stellen mit Bewerbern von außerhalb zu besetzen. Aber selbst Polizeipräsident Saberschinsky, der zuletzt Abteilungsleiter im Bundeskriminalamt gewesen war, begann seinen Polizeidienst in den 60er Jahren bei der Berliner Polizei.

Der nunmehr angestrebten Umstrukturierung der Behörde fiel als erster der seit 19 Jahren amtierende Leiter der Polizeipressestelle, Hans-Eberhardt Schultz, zum Opfer. Er wurde abberufen und zum Medienberater des Polizeipräsidenten ernannt. Schultz sagte dem Tagesspiegel auf Anfrage, er gedenke gegen seine Ablösung mit einer Feststellungsklage vor dem Arbeitsgericht vorzugehen.

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