Berlin : Drei Damen vom Thrill

Krimi-Autorinnen lesen auf Dahlemer Frauensommer

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Mord und Totschlag im Zentrum für Weiterbildung – nämlich in Zeichnungen, Lesungen und Diskussionen. Am heutigen Donnerstag ab 16 Uhr lädt das Büro der Frauenbeauftragten der Freien Universität (FU) zum Dahlemer Frauensommer ein. Motto: „Mörderische Geschichten“. Zur zehnten Auflage des Universitätsfrauentages probiert das Büro damit ein neues Konzept aus. „Wir wollten ein Fest organisieren, damit auch über die FU hinaus Menschen angesprochen werden“, erklärt Sonja Schneller, die stellvertretende Frauenbeauftragte. Die KrimiAutorinnen Thea Dorn, Pieke Biermann und Cornelia Arnhold lesen aus ihren Werken und sprechen anschließend mit Kriminaloberrätin Elke Pathe und der Privatdetektivin Brigitte Geier über Fiktion und Realität der Gewalt.

Pieke Biermann, mehrfache Krimi-Preisträgerin und bekannt aus der Tagesspiegel-Serie „Berliner Verbrechen“ freut sich schon. „Ich mag mein Publikum, das ist so klug.“ Am 19. Juli – dem dritten Sonnabend im Monat – erscheint im Tagesspiegel die nächste bisher unveröffentlichte „true crime“ – eine wahre Kriminalgeschichte. Seit 1986 sammelt Biermann für ihre Reportagen Zeitungsartikel, durchstöbert Pressemitteilungen und trifft Polizisten. „Ich bin ein Zeitungsjunkie, ein Realitätsjunkie. Ich sammle alles, was mir auffällt.“ In Berlin hat sie sich ein Netzwerk von Vertrauten aufgebaut, die sie mit Informationen versorgen. „Mich interessiert die ganze Bandbreite der beteiligten Menschen, vom Opfer über den Ermittler bis zum Zeugen.“ Im Moment schreibt sie vor allem „true crimes“, doch das kann sich wieder ändern. „Wenn ich von der Realität genug habe, erhole ich mich mit Fiktion.“

Wie im Krimi aber, liegen auch an der Uni Fiktion und Realität oft näher beieinander als man denkt. Diese Erfahrung haben die Frauenbeauftragten der Uni gemacht: Oft könnten sich die Studentinnen eine Diskriminierung nicht vorstellen – bevor sie sich plötzlich selbst in einer solchen Situation wiederfänden, sagt Sonja Schneller. „Die Studentinnen kommen oft erst zu uns, wenn es schon zu spät ist. Feste wie der ,Frauensommer‘ sollen ihnen die Angst vor uns und die Vorurteile über uns nehmen.“ cof

Dahlemer Frauensommer: Zentrum für Weiterbildung im Margherita-von-Brentano- Haus, Otto-von-Simson-Straße 13, 14195 Berlin, ab 16 Uhr, Eintritt fünf Euro, ermäßigt drei.

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