Berlin : Drei Monate Rom reichten

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30 Jahre ist es her, dass Ulla Meinecke in Frankfurt am Main ihr Abitur gemacht hat. Doch an das Gefühl von damals kann sie sich noch „unglaublich gut“ erinnern: „Du kannst alles machen, was Du willst, nichts hält Dich!“ Gehalten hat sie wirklich nichts. „Ich bin nach dem Abi von dem Wunsch beseelt gewesen, ich müsse mal in Rom leben,“ erinnert sich die Sängerin. Italienisch habe sie nicht gekonnt, „und nach drei Monaten reichte es mir dann auch.“ Zurück in Deutschland hatte sie erst mal keine beruflichen Pläne. Musik hat sie zwar schon damals gemacht, aber davon „leben zu können, das habe ich nicht zu hoffen gewagt. Das wurde erst viel später konkret,“ sagt die 48-Jährige. Klar war aber: „Zur Uni wollte ich nicht.“ Eingeschrieben war sie zwar für ein Semester, aber das nur pro forma. „Ich war genau drei Mal da.“ Die Uni war für sie „zu beklemmend.“ Sie wollte lieber ins Leben eintauchen. Außerdem war da noch die Sorge ums täglich Brot. „Ich lebte schon mit 17 allein und sorgte für mich selbst“, sagt die Musikerin. Nach dem Abitur stand „Gleichgewicht halten zwischen dem Versorgen und dem Gucken, was man tun kann“ für sie an. Geträumt habe sie da nicht so viel. Aber das ist ohnehin nicht so ihr Ding. „Ich bin nicht der Typ, der groß träumt. Wenn ich einen Impuls bekomme, dann setze ich das lieber um. Gehader, das bremst nur.“ Als sie mit 23 den „ersten Zipfel Chance sah, von Musik leben zu können, da habe ich auch zugepackt.“ Und nicht mehr losgelassen: „Was mit dem Beruf passiert ist, ging weit über das hinaus, was ich überhaupt erwarten konnte.“

Aufgezeichnet von Viola Volland

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