Berlin : Drei neue Langstreckenziele vorübergehend von Schönefeld aus zu erreichen

Rainer W. During

Am Donnerstag nimmt die Fluggesellschaft Canada 3000 eine neue, wöchentliche Flugverbindung von Schönefeld nach Calgary und Vancouver auf. Zwei Tage später startet die kanadische Air Transat wieder ihren Saisondienst über Amsterdam nach Toronto, der von Juni bis September durch einen wöchentlichen Nonstopflug ergänzt wird. Vom 15. Juni bis 28. September geht es zusätzlich via Edmonton ebenfalls nach Vancouver, womit drei neue Langstreckenziele zumindest vorübergehend den Berlin-Flugplan bereichern.

Doch was in Schönefeld als "Erweiterung des Angebots der Direktflüge zu Metropolen des amerikanischen Kontinents" gefeiert wird, ist nur von kurzer Dauer. Weil es in den Wintermonaten in Kanada selbst den Einheimischen zu kalt ist, verlegen sich die dortigen Airlines in dieser Zeit lieber auf den Transport der eigenen Landsleute zu Sonnenzielen in der Karibik. Die größtenteils von Pauschaltouristen genutzten Langstreckenflüge - bei Canada 3000 rechnet man mit einem 80-prozentigen Anteil von Reisenden, die ein komplettes Urlaubspaket buchen - werden deshalb nach spätestens einem halben Jahr mit der Hoffnung auf den nächsten Sommer wieder eingestellt. So bleibt Berlin - was beständige Interkontinentalverbindungen betrifft - vorerst weiter Luftfahrtprovinz.

Neben einigen Touristikflügen von Britannia und Condor in die Karibik ist hier als einziger Liniendienst die Route von Mongolian Airlines über Moskau nach Ulan Bator geblieben. Selbst Condor und LTU transportieren Ferntouristen aus dem Berliner Raum lieber mit Zubringerflügen zu ihren Stationen in Düsseldorf, Frankfurt oder München. Für einen ersten Lichtblick am Horizont haben die Sri Lankan Airlines gesorgt, die ab November gleich dreimal wöchentlich mit neuen Airbussen die Linie von Schönefeld über Dubai nach Colombo bedienen werden. Auch die Teilstrecke in die Arabischen Emirate könnte sich als Renner erweisen, denn bereits jetzt zeigt der Zubringer der Deutschen BA nach München zu den Dubai-Flügen von Emirates rapide Zuwächse.

Wann die von Politik und Wirtschaft gleichermaßen dringend geforderten Nonstopdienste nach Fernost und vor allem in die Vereinigten Staaten realisiert werden, steht dagegen weiterhin in den Sternen. Bisher erklären Lufthansa und die großen US-Gesellschaften wie Delta und United einmütig, dass der Anteil der Geschäftsreisenden viel zu gering sei, um solchen Flügen eine wirtschaftliche Basis zu geben - für viele deutsche und amerikanische Manager ein unverständliches Argument.

Dabei zeigt die fast tägliche Parade der Business-Jets von Großkonzernen insbesondere auch auf dem citynahen Flughafen Tempelhof, dass Berlin zunehmend auch Top-Managern aus aller Welt eine (Dienst-)Reise wert ist.

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