Berlin : Drei Sparkassen an einem Tag überfallen

Keine Erklärung für tödliche Schüsse auf eine Kassiererin BERLIN (wvb).Drei Überfälle auf Filialen der Berliner Sparkasse, ein Todesopfer, und keine heiße Spur von den Tätern: Für die Polizei steht bisher nur fest, daß es keine Zusammenhänge zwischen den Überfällen gibt, die sich alle am Donnerstag ereigneten.Die Landesbank hat eine Belohnung von 100 000 Mark für die Aufklärung des Raubmordes an der Kassiererin ausgesetzt. Bei dem Überfall auf die Sparkassenfiliale in der Reinickendorfer Gotthardtstraße war, wie gestern berichtet, eine 53jährige Frau erschossen worden.Zwei maskierte Männer hatten das Gebäude gegen 17.20 Uhr am Donnerstag abend betreten.Während einer an der Tür stehen blieb und zahlreiche Kunden mit einer Pistole bedrohte, ging der zweite Mann zum Schalter vor.Mit vorgehaltener Waffe forderte er die Kassiererin auf, Geld in eine mitgebrachte Plastiktüte zu stecken. Während die Frau Geld einpackte, schoß der Mann sie plötzlich nieder.Warum der Bankräuber die Frau erschoß, ist völlig unklar, sagte eine Polizeisprecherin. Zahlreiche Zeugen sagten aus, daß die beiden Männer nach dem Überfall mit Fahrrädern in Richtung Scharnweberstraße flohen.Bei beiden soll es sich um Deutsche handeln.Sie waren mit hellgrauen Kapuzenshirts und darüber getragenen schwarzen Rollkragenpullovern sowie Jeans bekleidet und trugen schwarze, wollartige Gesichtsmasken. Die anderen Überfälle wurden von Einzeltätern begangen.Morgens um 9.15 Uhr raubte ein Mann mehrere tausende Mark aus der Sparkassenfiliale an der Nazarethkirchstraße in Wedding.Er trug eine Maske und schoß mehrere Male in die Decke des Gebäudes, um die Bankkunden einzuschüchtern.Verletzt wurde niemand.Bei dem Mann soll es sich um einen "Südeuropäer" handeln.Der dritte Überfall geschah gegen 18 Uhr am Brunsbütteler Damm in Spandau.Auch hier bedrohte ein maskierter Einzeltäter die Kassiererin und einige Kunden mit einer Pistole.Der Mann soll angetrunken gewesen sein, heißt es im Polizeibericht.Der Täter entkam unerkannt. Der Raubüberfall an der Gotthardtstraße ist seit geraumer Zeit der erste auf eine Bank, bei dem die Täter brutal von ihren Waffen Gebrauch machten.Bei Banküberfällen geschieht dies selten, anders als bei Überfällen auf Geldboten.Vor fast drei Jahren waren in Treptow zwei Männer bei einem Raubüberfall auf einen Supermarkt erschossen worden.Der eine gehörte zum Sicherheitsdienst, der andere war ein Passant.

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben