Berlin : Drei-Tage-Ticket: Einmal zahlen öffnet die Türen zu 60 Museen

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Mit einem Drei-Tage-Ticket zum Preis von 16 Mark (ermäßigt 8 Mark) will Kultursenator Christoph Stölzl (CDU) mehr Touristen für die Museen der Stadt begeistern. Das "Schaulust-Ticket", das in ähnlicher Form bislang nur in den Staatlichen Museen galt, berechtigt zum Eintritt in rund 60 Einrichtungen. Die Karte soll Ordnung in den "Tarifdschungel" bringen.

Zu den Museen, deren Besuch mit dem Ticket möglich ist, zählen Publikumsrenner wie das Kulturforum und die Museumsinsel, Landeseinrichtungen wie die Berlinische Galerie und das Bröhan-Museum, private Institutionen wie das Guggenheim-Museum und kleine städtische wie das Handwerks- und Frisörmuseum in Marzahn. Die Tickets sind ab heute an den Museumskassen, in Hotels und in den Touristeninformationen erhältlich. Die Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM) verkauft sie zudem an Reiseveranstalter. Angesichts der vielen Möglichkeiten sei der Eintritt für 16 Mark "fast gratis", sagte Stölzl gestern bei der Vorstellung des Angebots. Er hoffe, dass auch Berliner es nutzen werden und dabei das eine oder das andere "entlegene Museum" entdecken.

Das Ticket sei vor allem für Touristen interessant, sagte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Klaus-Dieter Lehmann. Auf ihre Bedürfnisse sei es zugeschnitten. Laut BTM hält sich ein Berlin-Besucher durchschnittlich 2,4 Tage in der Stadt auf. Mit dem Ticket in der Hand sei er von Beginn seiner Reise an "auf die Museen eingestellt", sagte Lehmann. Er gehe davon aus, dass sich der Verkauf trotz des relativ niedrigen Preises lohnt, weil damit zusätzliche Kunden gewonnen werden könnten. Der Drei-Tage-Pass werde vorerst für ein Jahr eingeführt. Es sei nicht ausgeschlossen, dass es nach dem Probelauf zu Korrekturen kommt, sagte Lehmann.

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Besonders deutlich werde der Vorteil des Drei-Tage-Tickets bei den Museen rund um das Schloss Charlottenburg. Bislang kostete der Eintritt ins Ägyptische Museum, in die Sammlung Berggruen und ins Museum für Vor- und Frühgeschichte - alles Staatliche Museen - zusammen acht Mark. Am Bröhan-Museum für Jugendstil, einer nur wenige Meter entfernten Landeseinrichtung, musste man erneut Eintritt zahlen. In die Preußischen Schlösser und Gärten kommt man nach Angaben Lehmanns mit dem Drei-Tage-Ticket allerdings nicht hinein.

Möglicherweise hat der neue Tarif weiter reichende Konsequenzen. Der Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Peter-Klaus Schuster, schloss nicht aus, dass künftig eines der großen Häuser, das bislang montags geschlossen hat, auch an diesem Tag öffnet. Viele Berlin-Touristen kämen über das Wochenende. Der Wochenanfang als dritter Gültigkeitstag des Tickets würde attraktiver. Vielleicht seien neue Öfnungszeiten das Ergebnis des Probelaufs, sagte Schuster.

In den Staatlichen Museen wurden die Drei-Tage-Tickets bereits im April 2000 eingeführt. Das Angebot wurde seitdem 64 000 Mal genutzt. Es gilt nur an drei aufeinander folgenden Tagen und nur für die Dauerausstellungen der Museen.

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