Berlin : Drei Todesfallen für Kinder

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Tüv-Experte Wolfgang Rüttinger kennt drei „Todesfallen für Kinder“ auf Spielplätzen: Erstens im Boden durchgerostete Stahlträger oder verfaulte Holzstämme, zweitens Fangstellen für Kordeln und drittens Fangstellen für den Kopf. Allein in Berlin starben in den vergangenen vier Jahren mindestens vier Kinder auf Spielplätzen. So wurde dem zweijährigen Justin im April 2001 eine „Fangstelle“ für seine Kapuzenkordel zum Verhängnis. Auf der Rutsche im Garten der Tegeler Kita fehlte ein Brett, die Kordel verfing sich in der Lücke, als der Junge rutschen wollte, und erdrosselte das Kind.

Ebenso gefährlich sind die so genannten Fangstellen für den Kopf: Wenn zum Beispiel Kinder auf Hängebrücken mit dem Körper durch die Seile rutschen können und sich dann mit dem Kopf verfangen. Deshalb ist ein Sprossenabstand zwischen 11 und 23 Zentimetern verboten. So starb zum Beispiel 1998 ein vierjähriger Junge auf einem Spielplatz in Wedding. Die Seile der Hängebrücke waren falsch geknüpft.

Dass besonders die nicht sichtbaren Verankerungen im Boden tückisch sind, zeigt nicht nur der Unfall gestern in Pankow. Im Februar wurde in Hessen ein Kind von einem Holzgerüst erschlagen– der Stamm war verfault. Da das Gerät in Pankow jüngeren Datums sein soll, kämen da wohl eher konstruktive Mängel in Frage, sagte Rüttinger. Grundsätzlich seien Spielplätze für Kinder gefährlicher als Rad fahren, sagt der Tüv-Experte – auch wenn das überraschend klinge. Ha

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