Berlin : Drei Tote bei Unfall nach Start vom Landeplatz

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Beim Absturz eines einmotorigen Flugzeugs unmittelbar nach dem Start vom Verkehrslandeplatz Neuhausen (Spree-Neiße-Kreis) sind gestern früh um 8.45 Uhr drei Männer ums Leben gekommen. Die Insassen der fünfsitzigen "Tobago" verbrannten nach Polizeiangaben bis zur Unkenntlichkeit. Die Unglücksursache ist bisher völlig unklar.

Die kleine Maschine mit dem Kennzeichen D-EAGH gehörte der am Flugplatz Drewitz ansässigen Flugschule Spree-Neiße. Das Flugzeug war dort am Morgen von einem 47jährigen Mann aus Cottbus gechartert worden, der mit einem 52 Jahre alten Passagier aus Peitz startete. Zur Unfallzeit herrschten gute Sichtflugbedingungen. Der Pilot hatte keinen Flugplan eingereicht und stand auch nicht in Funkkontakt mit der Flugsicherung.

Bei einer Zwischenlandung auf dem nur etwa 25 Kilometer entfernten Flugplatz Neuhausen wurde kurz darauf ein 61-jähriger Segelflieger aus Weißwasser, Mitglied des örtlichen Luftsportclubs, an Bord der Maschine genommen. Auch der Pilot gehörte diesem Verein an. Er war bis zur deutschen Vereinigung letzter Kommandant des in Cottbus stationierten Kampfhubschraubergeschwaders der Nationalen Volksarmee gewesen und danach der Fliegerei verbunden geblieben.

Das Trio wollte anschließend zum etwa 50 Kilometern entfernten, sächsischen Flugplatz Kamenz, wie Drewitz ein ehemaliger Fliegerhorst der Nationalen Volksarmee. Doch nach dem erneuten Start kam die "Tobago" nicht auf Höhe. Der Pilot meldete der örtlichen Flugleitung, dass der Motor nicht auf Leistung kam und erhielt den Rat, umzukehren, falls er das Problem nicht in den Griff bekomme.

Kurz darauf stürzte die Maschine jedoch bereits rund 500 Meter nördlich des Verkehrslandeplatzes aus geringer Höhe auf eine Wiese bei Klein Koppatz und ging sofort in Flammen auf. Die Tragflächentanks des Modells fassen bis zu 210 Liter Flugbenzin. Die nach kurzer Zeit eintreffenden Rettungskräfte konnten den Brand zwar innerhalb von zehn Minuten löschen. Für die noch nicht endgültig identifizierten Insassen kam allerdings jede Hilfe der Sanitäter zu spät. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die "Tobago" wird seit 1977 in Frankreich von der Firma Socata, einem Unternehmen des renommierten Luftfahrtkonzerns Aerospatiale, gebaut. Sie dient als Trainings-, Verbindungs- und Reiseflugzeug der gehobenen Klasse und erfreut sich auch in Deutschland bei Piloten wegen ihrer Zuverlässigkeit großer Beliebtheit.

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