Berlin : Dreijährige tot: Ermittlungen gegen Mutter Mädchen starb in Weißenseer Wohnung

Der Notarzt konnte nicht mehr helfen: Am frühen Dienstagmorgen ist ein fast dreijähriges Mädchen in einer Wohnung in Weißensee tot aufgefunden worden. Die Polizei ging frühzeitig von einer Straftat aus und ordnete eine Obduktion an. Nach ersten vorliegenden Ergebnissen ermittelt nun das zuständige Kriminalkommissariat beim Landeskriminalamt wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge sowie des Verdachts der Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht.

Tatverdächtig ist die 25-jährige Mutter des Mädchens. Sie hatte nach Angaben der Polizei ihr Kind morgens in leblosem Zustand gefunden und selbst die Rettungskräfte alarmiert. Kurz nach vier Uhr ging bei der Feuerwehr der Notruf ein. „Kleinkind Atemstillstand“, hieß es. Zur Reanimation rückten ein Notarzt und ein Rettungsdienst zu der Wohnung in einem viergeschossigen Mehrfamilienhaus in der Indira-Gandhi-Straße an. Sie konnten dem kleinen Mädchen nicht mehr helfen.

In der 3-Zimmer-Wohnung leben noch drei weitere Kinder der 25-Jährigen: ein zwei Monate altes Mädchen, ein vierjähriger Junge und der fast dreijährige Zwillingsbruder des toten Mädchens. Nachbarn berichten, dass diese drei Kinder vom Jugendamt, das die Familie seit längerem betreut, abgeholt worden seien. Die Polizei wollte das nicht bestätigen. Die Kinder seien aber in Sicherheit, sagte eine Sprecherin.

Gegen den ebenfalls in der Wohnung lebenden Freund der Mutter wird nicht ermittelt. Die Obduktion hat laut Polizei auch ergeben, dass eine vorsätzliche Tötung auszuschließen ist. Die Mutter werde daher nicht dem Haftrichter vorgeführt. Die Körperverletzung, die zum Tod des Mädchens führte, soll dem Kind aber vorsätzlich zugefügt worden sein, hieß es. Genauere Angaben darüber könne man im Hinblick auf die laufenden Ermittlungen und Vernehmungen der Mutter derzeit nicht machen.

Medienberichte, wonach das Kind an einem Darmriss mit Entzündung im Bauchraum starb, wollten Polizei und Staatsanwaltschaft nicht bestätigen. Auch nicht, dass die Mutter mit dem Kind, das sich in den vergangenen Tagen oft übergeben haben soll, bereits beim Arzt war, die Praxis aber wieder verließ, weil das Wartezimmer überfüllt war. Die Ermittlungen wegen Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht dürften sich aber darauf beziehen. das/tabu

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