Berlin : Dreijähriger stirbt nach Badeunfall

Junge verunglückte in „Tropical Islands“-Halle

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Krausnick - Nach einem Familienausflug ins Freizeitbad „Tropical Islands“ in Krausnick im Landkreis Dahme-Spreewald ist am Dienstagabend ein dreijähriger Junge gestorben. Das Kind, das mit seiner Familie aus Polen angereist war, wurde leblos im nur wenige Zentimeter tiefen Bereich des bis zu 1, 30 Meter tiefen Südseebeckens gefunden, sagte Unternehmenssprecher Rainer Wilkens. Noch bevor die drei Bademeister mit Rettungsschwimmerausbildung dem Jungen helfen konnten, versuchten Badegäste mit Arztausbildung, das Kind zu reanimieren. Der Junge habe die Schwimmhalle lebend verlassen, sagte Wilkens, er sei im Krankenhaus Lübben verstorben.

Die Polizei hat ein „Todesermittlungsverfahren“ eingeleitet, sagte Polizeipressesprecher Jens Quitschke. Derzeit werde weder gegen die Badbetreiber noch gegen die Mutter ermittelt, es gebe auch keine Hinweise auf das Einwirken Dritter. Zur elfköpfigen Reisegruppe gehörten insgesamt fünf Kinder. Offensichtlich habe der Dreijährige am Kinderspielplatz des Südseebeckens einen unbeobachteten Moment ausgenutzt und sei auf Erkundungstour gegangen. Die Gruppe habe den Kleinen offenbar unverzüglich gesucht. Freizeitbadsprecher Wilkens zufolge wurde der Rettungsdienst um 19.12 Uhr informiert; um 19.27 Uhr seien die Beamten dann eingetroffen. Der Leichnam soll obduziert werden, um die genaue Todesursache zu erfahren.

Polizeisprecher Quitschke sagte, die Polizei habe gegen 21 Uhr von dem Vorfall erfahren. Es gebe keine Pflicht, die Polizei zu benachrichtigen, ein späterer Ermittlungsbeginn erschwere aber die Arbeit. Es würden nun dringend Zeugen gesucht. Bereits Ende Februar war ein Fünfjähriger in dem Bad verunglückt, er konnte aber reanimiert werden. Von diesem Vorfall erfuhr die Polizei über die Medien. Bei einer Wassertiefe von 1,30 Meter gebe es keine gesetzliche Pflicht, Rettungsschwimmer anzustellen, hieß es bei „Tropical Islands“, man habe sie aber im Dienst. Eltern gäben Verantwortung teils an Aufsichtskräfte ab.Annette Kögel

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