Berlin : Dreijähriger wartet auf ein neues Herz Seit einem Jahr wird

ein Spenderorgan gesucht

Foto: dapd
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Berlin - Pascal ist drei Jahre alt und schwer herzkrank. Zwei mit Blut gefüllte Schläuche führen aus einem großen Kasten auf Rädern in seine Brust. Der Junge hat einen angeborenen Herzfehler – der Kasten ist sein Kunstherz und ständiger Begleiter. Seit fast einem Jahr wartet Pascal auf der Kinderstation des Deutschen Herzzentrums auf ein Spenderorgan. „Es gibt eine lange Warteliste“, sagt Stationsarzt Stefan Dirks. Aber es könne jetzt jeden Tag soweit sein, man dürfe die Hoffnung nicht aufgeben. Pascals Eltern stehen neben dem Arzt, die Mutter sagt: „Das hören wir schon seit Monaten.“

Im Januar kam das Ehepaar aus Thüringen zum Herzzentrum nach Wedding. Es ist eine der wenigen Kliniken Europas, die das Herz eines toten Kindes in den Körper eines lebenden transplantieren können. Pascals Vater, Danny Häfer, ist krankgeschrieben und mit nach Berlin gekommen. Der 32-Jährige ist Berufssoldat bei der Bundeswehr in Erfurt. „Wie lange der Dienstherr das noch mitmacht, weiß ich nicht“, sagt er. In Berlin können die Eltern kostenfrei leben. Sie bewohnen ein Zimmer im Ronald-McDonald-Haus, welches die Kinderhilfsstiftung der Restaurantkette betreibt. Das Gebäude steht nur wenige hundert Meter vom Herzzentrum entfernt. Je länger ihr Sohn an dem Kunstherz hängt, desto größer ist die Gefahr von Komplikationen. Im Februar erlitt der Dreijährige einen Schlaganfall wegen eines Blutgerinnsels. Seitdem hat er eine Schwäche im linken Arm, wird diesen laut Arzt Dirks mit viel Training aber wieder fast normal bewegen können. „Wir brauchen mehr Bereitschaft zum Organspenden, damit die Patienten nicht so lange warten müssen“, fordert Dirks. Pascal sitzt lachend in seinem Krankenbett und spielt mit einem Feuerwehrauto. „Er versteht noch nicht, was vor sich geht“, sagt seine Mutter. „Er ist glücklich – und wir sind es auch. Über jeden Tag, den wir mit ihm verbringen dürfen“. dapd

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