Berlin : Dreijähriges Mädchen starb an Meningitis

Klinikärzte konnten nicht mehr helfen. 60 Kinder und Erwachsene aus Kita in Mitte müssen nun behandelt werden

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Ein dreijähriges Mädchen ist an einer bakteriellen Meningitis (Hirnhautentzündung) im Vivantes-Klinikum Friedrichshain gestorben. Wie erst jetzt bekannt wurde, erlag das Kind bereits in der Nacht zu Dienstag dieser Infektionskrankheit. Aufgrund der ärztlichen Schweigepflicht könne man zu dem Fall keine Stellungnahme abgeben, hieß es am Donnerstag von Vivantes.

Das Mädchen hatte am Montag noch seine Kita im Bezirk Mitte besucht. In der Nacht zu Dienstag mussten die Eltern aber einen Rettungswagen alarmieren. Schon dessen Besatzung habe mit der vorbeugenden Behandlung der Familienangehörigen mit Antibiotika begonnen, heißt es aus der Senatsgesundheitsverwaltung. Denn im Gegensatz zur vor allem durch Zeckenbisse übertragenen viralen Form der Hirnhautentzündung ist die bakterielle Meningitis sehr ansteckend. Die Erreger werden über Tröpfcheninfektion, also durch Husten und Niesen, von Mensch zu Mensch übertragen. Die Erkrankung, die üblicherweise mit starkem Fieber, allgemeinem Unwohlsein und Übelkeit verbunden ist, verläuft in zehn Prozent der Fälle tödlich.

Aus diesem Grunde habe die zuständigen Amtsärztin von Mitte auch am Dienstag in der Kita, auf die das Mädchen gegangen war, rund 60 Kontaktpersonen wie andere Kinder, deren Eltern und Erzieherinnen, ermittelt und aufgefordert, zur prophylaktischen Behandlung zum Arzt zu gehen, heißt es aus der Senatsgesundheitsverwaltung. Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung vergehen zwei bis sieben Tage.

In Berlin wurden in diesem Jahr 27 Meningitis-Erkrankungen registriert. Neben dem jetzigen Opfer starb in diesem Jahr ein 68-jähriger Mann an den Folgen der Krankheit. Deutschlandweit registrierte das Berliner Robert Koch Institut im vergangenen Jahr 603 Fälle, 47 Personen verstarben. Die meisten Erkrankungen treten im Winter und Frühjahr auf.

Auch solche schweren Verlaufsformen wie im Fall der jetzt verstorbenen Dreieinhalbjährigen geschehen immer wieder. So starb vor zwei Jahren ein elfjähriger Schüler aus Spandau binnen weniger Stunden nach dem Auftreten der ersten Symptome. Ebenso wie ein Vierjähriger, der im selben Jahr einer Meningokokken-Meningitis erlag.

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