• Dritter Pogida-Protest in Potsdam: Körperverletzung und Nötigung: Pogida-Chef Müller ist vorbestraft

Dritter Pogida-Protest in Potsdam : Körperverletzung und Nötigung: Pogida-Chef Müller ist vorbestraft

Am Mittwochabend findet der dritte Pogida-Aufzug in Potsdam statt. Die Kundgebung soll dieses Mal am Hauptbahnhof beginnen, Gegenproteste finden im Lustgarten statt. Außerdem wurde nun bekannt, dass Pogida-Chef Christian Müller vorbestraft ist.

Christine Fratzke,Henri Kramer
In Potsdam findet zum dritten Mal eine Pogida-Demonstration statt.
In Potsdam findet zum dritten Mal eine Pogida-Demonstration statt.Foto: dpa

Angesichts des Aufzugs der fremdenfeindlichen Pogida-Bewegung am Potsdamer Hauptbahnhof und der erwarteten Gegenproteste setzt die Polizei am Mittwoch erneut auf ein Großaufgebot aus mehreren Bundesländern. Das erklärte Einsatzleiter Michael Scharf am Dienstag: „Gewalttätige Ausschreitungen werden wir nicht dulden.“ Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) sagte für gewalttätige Auseinandersetzungen sei in Potsdam kein Platz.

In Potsdams Innenstadt kommt es zu Beeinträchtigungen im Nah- und Autoverkehr . Das Mitbringen von Glasflaschen und Gläser am Mittwoch ab 17 Uhr zwischen dem Alten Markt und dem Hauptbahnhof ist nicht erlaubt. 

Das parteiübergreifende Anti-Rechts-Bündnis "Potsdam bekennt Farbe" ruft ab 18 Uhr erneut zur Teilnahme an einer Kundgebung unter dem Titel „Refugees welcome – für Weltoffenheit und Toleranz“ auf. Sie soll am Lustgarten stattfinden. Dort wollte erst der Pogida-Veranstalter Christian Müller demonstrieren – allerdings kam ihm das Bündnis wie berichtet mit der Anmeldung zuvor.

Nun musste er auf die Babelsberger Straße ausweichen – auf den Platz zwischen Hauptbahnhof und der Baustelle für das neue Hauptquartier der Investitionsbank Brandenburg (ILB). Ab 18.30 Uhr soll dort ein sogenannter „Abendspaziergang“ gegen eine „Islamisierung des Abendlandes“ beginnen, vermutlich mit dem Ziel Innenstadt.

PD-Anhänger und Berliner Hooligans unterstützen Pogida

Über die Pogida-Anhänger veröffentliche die Antifa-Recherchegruppe Potsdam am Dienstag ein Dossier. Dabei zeigte die Gruppe auf Fotos einzelne Teilnehmer vergangenen Aufzüge: Es handelt sich um bekannte Vertreter der Potsdamer Neonazi-Szene. Ebenso hatten sich NPD-Anhänger und Berliner Hooligans an den ersten Aufzügen beteiligt. 

Laut Bild-Informationen ist Christian Müller außerdem vorbestraft. Mehrere Delikte soll Müller demnach begangen haben, er wurde wegen Körperverletzung, Nötigung, Verkehrsdelikten, Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz und Tierschutzverletzung verurteilt. Allerdings bekam Müller laut Bild-Informationen Bewährungsstrafen, keine Haftstrafen.

Pogida-Chef Müller meldet sich mit Videos zu Wort 

In einem neuen Internet-Video rief Pogida-Chef Müller seine Mitstreiter dazu auf, am 27. Januar wieder nach Potsdam zu kommen: „Wenn ihr ’mal richtig Action haben wollt, wo die rote Front lebt, kommt nach Potsdam." Müller sagt weiter, dass der Hauptbahnhof ein guter Start für Pogida sei. "Ich denke, dass ist für meine angereisten Gäste noch besser."

In dem Video, in dem er vor einer Deutschland-Fahne sitzt und eine lebendige Schlange um den Hals trägt, teilt er außerdem mit, dass Technik vorhanden sei, damit die Pogida-Teilnehmer auch seine Ansprachen verstehen können. Im ersten Video, das vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde, verteidigte Müller die technischen Probleme bei den vergangenen Pogida-Kundgebungen und sagte schnippisch: "Macht es doch selbst." 

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