Berlin : DRK-Kreisverbände wollen Löhne kürzen

kf

Die Diagnose der Gewerkschaft klingt niederschmetternd: Die Kreisverbände und Einrichtungen des Deutschen Roten Kreuzes Berlin (DRK) leiden unter "allgemeinen Auflösungserscheinungen" und einem "beklagenswerten Zustand", heißt es bei der Dienstleistungsgewerkschaft "Verdi". Einzelne Verbände hätten Verdi in den letzten Wochen aufgefordert, Notlagentarifverträge abzuschließen. "In der Regel wurden Forderungen nach Verzicht auf Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld und die Tariferhöhung erhoben", sagt Pressesprecherin Martina Sönnichsen. "Verdi lehnte dies ab." Bisher sei es deshalb in keinem Fall zu einer Einigung gekommen.

Beim Landesverband des DRK, der sich bekanntlich bereits seit Monaten im Insolvenzverfahren befindet, wurden auch in diesem Jahr Weihnachts- und Urlaubsgeld gezahlt. In einigen der eigenständigen Kreisverbänden sucht man offenbar nach anderen Wegen aus der finanziellen Misere. So habe es beispielsweise mit dem Kreisverband Reinickendorf Sondierungsgespräche über einen Notlagentarifvertrag gegeben. Auch in der Süd-West Behindertenhilfe sei versucht worden, die Beschäftigten zum Verzicht auf das Weihnachtsgeld zu bewegen. "Die Verhandlungen über einen Notlagentarifvertrag sind gescheitert, weil der Geschäftsführer eine Tarifbindung an den DRK-Tarifvertrag ablehnt", sagt Sönnichsen.

Die Verdi-Mitglieder im Berliner DRK haben angekündigt, im kommenden Jahr eine "breite Diskussion" über tarifliche Ziele und ihre Durchsetzung anzuregen. "Ziel wird nach wie vor ein Flächentarifvertrag sein", heißt es in einem Verdi-Rundschreiben, in dem die Situation in den einzelnen Kreisverbänden dargestellt wird. Gleiches gilt für die Kreisverbände in Schöneberg und Wilmersdorf.

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