Berlin : Drogen: Trinkkur gegen den Kollaps

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Die Love-Parade naht, die Raver hoffen auf schönes Wetter, um sich beim Umzug an Sonnenstrahlen, Musik und ekstatischen Tänzen zu berauschen. Doch die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen: Eine ganze Menge der Teilnehmer fahren an diesem Tag nicht nur auf hemmungslose Liebe und wummernde Bässe ab. Es wird eifrig nachgeholfen: Alkohol, Cannabis, LSD, Speed und bunte Ecstasy-Pillen machen die Runde.

Deshalb sind auch Drogenberatungsstellen mit Ständen und Zelten auf der Massenveranstaltung präsent. Der Drogennotdienst wird bei der Love Parade am 21. Juli sein Zelt und einige Beratungsstände am Schleusenweg, direkt an der Umzugs-Strecke aufschlagen. "Bei uns gibt es zum einen Informationsbroschüren zum Thema Drogen, aber wir verteilen auch kostenlos Mineralwasser und isotonische Getränke sowie Obst an die Raver", sagt Markus Becker vom Drogennotdienst.

Warum das wichtig ist? Die Faustregel lautet: Je heißer der Tag, desto gefährlicher wird ein Drogen-Trip. Viele der Konsumenten vergessen im Rausch zu trinken und brechen dann zusammen. Für körperliche Probleme und Verletzungen steht gleich nebenan das Malteser-Zelt. Die Sanitäter sorgen für Erste Hilfe. Der Drogennotdienst kümmert sich vor allem um die psychischen Probleme der Teilnehmer: Das können Angst-Zustände, Verfolgungswahn oder Panik-Attacken nach dem Einnehmen von synthetischen Drogen wie LSD oder Ecstasy sein.

"Wir sind vor allem da, um die Leute zu beruhigen und sie wieder runterzuholen von ihrem Drogen-Trip", sagt Becker. Dabei hilft eine eigene Einrichtung: In einer sogenannten "Chill-out Area" können sich die Betroffenen bei sanfter Musik ausruhen und damit wieder zu Kräften kommen.

Selbst für Beratung vor der Veranstaltung ist gesorgt. Über die Hotline des Drogennotdienstes unter der Telefonnummer 19237 oder unter der Internet-Adresse www.sensjs.berlin.de erhalten Hilfesuchende Tag und Nacht Auskunft über die zahlreichen Drogenberatungsstellen in den verschiedenen Bezirken und deren Schwerpunkte. Denn fest steht: auch vor und nach der Love-Parade ist der Drogenkonsum junger Menschen in dieser Stadt ein Thema.

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