Berlin : Drogenschmuggelbande zerschlagen

Sechs Männer verhaftet – Kokain im Wert von 20 Millionen Euro eingeführt

Tanja Buntrock

Die Polizei hat am Freitag in den frühen Morgenstunden eine international agierende Rauschgifthändler-Bande zerschlagen. Beamte durchsuchten insgesamt 15 Wohnungen und ein Büro in Kreuzberg, Schöneberg, Neukölln und Wilmersdorf. Spezialeinsatzkräfte nahmen vier Libanesen und zwei deutsche Männer im Alter von 19 bis 49 Jahren fest. Gegen sie lagen Haftbefehle wegen bandenmäßiger Einfuhr von Betäubungsmitteln vor. Nach Tagesspiegel-Informationen befinden sich unter den gefassten Drogenhändlern auch zwei Mitglieder des libanesisch-kurdischen Familienclans el-Z.

Bei den verhafteten Drogenhändlern handelt es sich um Hintermänner, die über Kuriere Kokain aus Brasilien per Flugzeug vor allem nach Deutschland, aber auch in die Niederlande und nach Portugal schmuggeln ließen. Über sechs Kuriere, die bereits in den vergangenen Monaten gefasst werden konnten, sei die Kripo nun auf die Hintermänner gestoßen, hieß es bei der Staatsanwaltschaft. Bei den Transporten hatte die Polizei rund 100 Kilo Kokain im Wert von 20 Millionen Euro sichergestellt. „Den Beschuldigten werden zahlreiche weitere Schmuggeltransporte vorgeworfen“, sagte Justizsprecher Michael Grunwald. Das Verfahren gegen die Drogenhändler laufe bereits seit Ende vergangenen Jahres. „Ein weiterer 28-jähriger Tatverdächtiger, dessen Auslieferung beantragt ist, befindet sich in Lissabon im Gefängnis“, sagte Grunwald.

Insgesamt soll die Bande aus 14 Mitgliedern bestehen. Sie seien äußerst „konspirativ vorgegangen“, hätten beispielsweise ständig benutzte Handys gegen neue ausgetauscht. Zudem benutzten sie vor allem Mietfahrzeuge, die von „unverdächtigen Personen“ gemietet worden waren.

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