Drogenstatistik der Bundesregierung : Synthetische Drogen auf dem Vormarsch

Am Donnerstag ist die Drogenstatistik der Bundesregierung vorgestellt worden - und sie weist eine eindeutige Zunahme in bestimmten Bereichen aus. Gleichzeitig warnte die Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans ausdrücklich vor einer Verharmlosung des Kiffens - und wandte sich damit gegen Stimmen aus der eigenen Partei.

Kiffen ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen - aber sollte es deshalb legalisiert werden?
Kiffen ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen - aber sollte es deshalb legalisiert werden?Foto: dpa

In ambulanten Einrichtungen sind im vergangenen Jahr mehr als 60.000 mal Menschen nach dem Konsum illegaler Drogen behandelt worden. Dies ist so viel wie im Jahr zuvor, jedoch ist die Zahl der Behandelten über einen längeren Zeitraum stark angestiegen, wie aus einer am Donnerstag von der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, präsentierten Statistik hervorgeht. 2007 waren nur 40.000 Menschen behandelt worden, nachdem sie etwa Aufputschmittel, Heroin, Cannabis oder berauschende Pilze zu sich nahmen.

Vor allem Konsumenten von Aufputschmitteln („Stimulanzien“) wie Amphetamine beschäftigen die Ärzte zunehmend. So gingen 2007 weniger als sieben Prozent der Behandlungen auf diese Patienten zurück, 2011 schon mehr als zehn Prozent. Der Anteil der ambulant erstbehandelten Konsumenten von Aufputschmitteln lag bei 15 Prozent.

Rufe aus liberalen Kreisen zur Legalisierung des Kiffens erteilte sie eine Absage. Sie warnte vor einer Verharmlosung: „Jede Form von Bagatellisierung halte ich für falsch“, sagte sie.

Vor drei Wochen hatte der Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen, Lasse Becker, eine Legalisierung weicher Drogen gefordert, da ihr Konsum längst auch in der Mitte der Gesellschaft üblich sei. Cannabis sei eine gefährliche Droge, sagte Dyckmans.

Sie verwies auf die Zahlen der wegen Drogenproblemen erstmals behandelten Patienten: Mehr als die Hälfte (57 Prozent) sei vergangenes Jahr nach Cannabis-Konsum in eine Ambulanz gekommen. Etwa jeder Vierte deutsche Erwachsene habe schon einmal gekifft. (dapd)

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