Berlin : Drohender Rechtsstreit zwischen den Genossen abgewendet

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Die Differenzen zwischen zwischen SPD-Chef Peter Strieder und Klaus Bölling sind beigelegt. Strieder hat sich bei Bölling entschuldigt, und Bölling hat daraufhin seine Klagedrohung gegen Strieder zurückgezogen. Die streitenden Genossen trafen sich am Dienstagabend auf einem Festempfang des "Spiegel". Der stellvertretende SPD-Chef Klaus Uwe Benneter nahm die Gelegenheit zur Vermittlung wahr.

Der einstige Regierungssprecher unter Kanzler Helmut Schmidt hatte sich mit seinem Rat in einem Zeitungsartikel, die SPD möge ihren Spitzenkandidaten Walter Momper gegen Fraktionschef Klaus Böger austauschen, um ihre Wahlchancen am 10. Oktober zu verbessern, den Zorn der Parteispitzen zugezogen. Strieder erbost: "Er schreibt für Geld." Bölling fühlte sich diffamiert und forderte eine Entschuldigung. Andernfalls werde er Strieder wegen der "ehrenrührigen Behauptung" verklagen. Strieder wollte Bölling erst "nach der Wahl" antworten. Deshalb beauftragte dieser seinen Anwalt, die "rechtlichen Möglichkeiten einer Klage zu prüfen". Gestern zog er den Auftrag zurück.

Die Unterhaltung auf dem Empfang verlief nach Darstellung Böllings und Benneters zunächst "kontrovers". Strieder sprach von unsolidarischem und für die Partei nicht hilfreichem Verhalten Böllings. Dieser nahm für sich als Publizist das freie Wort in Anspruch. Strieder entschuldigte sich mit den Worten, er habe Bölling nicht als "Lohnschreiber" beleidigen wollen und bedauere das "Missverständnis". Walter Momper hatte den Artikel so kommentiert: "Klaus Bölling ist als kluger Analytiker der Weltläufte bekannt, aber von der Berliner Landespolitik versteht er nicht sehr viel."

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