Berlin : Druckreif

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Der große Moment kam ganz beiläufig, so, als sei das alles schon Routine seit Jahren. Pünktlich um 18 Uhr 15 wurden die letzten Druckplatten auf der Rotation der Spandauer SpringerDruckerei montiert, zwei Minuten später lief die Farbe ein. Dann noch einmal eine kurze Prüfung aller wichtigen Daten - und um 18 Uhr 19 drückte Maschinenführer Steffen Kairies einen der vielen Knöpfe an seinem Leitstand, einen weißen, nicht einmal besonders auffälligen. Und die Rotationsmaschine setzte sich gemächlich in Betrieb, schob langsam ein paar erste Exemplare des Tagesspiegels heraus. Maschine stopp! Dann erste Kontrolle, hastiges Durchblättern an mehreren Tischen, nicht umsonst, wie sich zeigte. Denn Seite 9 folgte nach Seite 21, dazu saßen ein paar seltsame violette Flecke an Stellen, an die sie nicht gehörten… Bei der Montage waren zwei Seiten verwechselt worden, ein fast schon beruhigender Fehler an einem sonst bemerkenswert perfekten Abend. Fünf Minuten später war alles geregelt, Kairies konnte nach und nach auf Arbeitsgeschwindigkeit gehen, und allen Beteiligten war klar, dass eine gute halbe Stunde später die knapp 23000 Exemplare der Fernausgabe des Tagesspiegels fertig sein würden. Bis dahin mussten die Drucker noch eine Menge pausenlose Feinarbeit leisten, um den positiven ersten Eindruck nach und nach in Richtung Perfektion zu trimmen. Sie regelten Farbintensität und Druckwalzen, justierten, kontrollierten, diskutierten nach dem Motto: Alles in Ordnung, geht aber noch besser. Um 19 Uhr 08 war der erste Teil des ersten Drucktags in Spandau abgeschlossen, die Lkw rollten vom Hof. Oben an der Rotation gingen die Männer wieder an die Walzen und hängten die Platten der Potsdamer Neuesten Nachrichten ein.

Später, beim Druck des zweiten Schubs der heutigen Ausgabe, überzeugten sich auch Claus Pengel, Werksleiter im Druckhaus Spandau, sowie Joachim Meinhold, Tagesspiegel-Geschäftsführer, und Gerd Appenzeller, stellvertretender Chefredakteur (Bild unten, von links), das alles wunderbar gelaufen ist. bm /Fotos: Thilo Rückeis

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