Berlin : Du-weißt-schon-wer

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VON TAG ZU TAG

Andreas Conrad über Risiken

und Nebenwirkungen des Potterismus

Unübertroffen ist noch immer die von Karl May überlieferte Methode, das Fleisch eines erlegten Grizzlys geschmacklich zu veredeln. Erfunden wurde das Rezept von Sam Hawkins, wenn ich mich nicht irre: Man stecke eine Bärentatze nur lange genug in die Satteltasche, bis es im Muskelgewebe zu wimmeln beginnt – köstlich! Übertriebene Treue zu den Helden der Kindheit hat dann wohl in dem Glauben bestärkt, dies sei die erste und bisher einzige Form, in der wir Menschen aus Fliegenlarven Nutzen ziehen könnten. Mitnichten! Schon die alten Mayas, so hören wir staunend, griffen zur Wundbehandlung auf besagtes Getier zurück, von den Doktoren des Mittelalters ganz zu schweigen. Und auch heute bedienen sich Ärzte bei chronischen Wunden wieder gern der possierlich sich windenden Hilfsmediziner, wie auf dem zurzeit in Berlin tagenden 18. Gefäßchirurgischen Symposium verkündet wurde. Misstrauisch macht allerdings, dass dies ausgerechnet parallel zum Verkaufsstart des neuen Harry Potter geschah. Bekanntlich spielen in Hogwarts auch die Flubberwürmer eine Rolle. Gewiss, sie bevorzugen Salat – aber könnte nicht Lord Voldemort …

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