Durchbruch im Tarifstreit : Charité bekommt 80 neue Pfleger

Nach einer langen Tarifrunde in der Universitätsklinik einigen sich der Charité-Vorstand und die Gewerkschaft auf mehr Personal.

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Krankenpflege ist ein harter Job. In vielen Kliniken fordern die Beschäftigten mehr Personal.
Krankenpflege ist ein harter Job. In vielen Kliniken fordern die Beschäftigten mehr Personal.dpa

Erst scheitern die Verhandlungen, dann einigen sich Charité-Vorstand und Pflegekräfte doch überraschend schnell. Nachdem am Montag schon die Schlichter im Tarifstreit mehr Personal empfohlen haben, steht nun als Kompromiss fest: Bis Ende dieses Jahres sollen 80 neue Beschäftigte in der Universitätsklinik arbeiten. Die Zusatzpfleger werden dort eingesetzt, wo die Überlastung der Mitarbeiter am größten ist. Wegen knappen Personals häuften Schwestern und Pfleger jahrelang Überstunden an.

2015 soll langfristiger Tarifvertrag her

Die Gewerkschaft Verdi und die Charité-Leitung verhandeln seit 2013 über mehr Personal. Eine paritätische Kommission wird den Einsatz überwachen und auswerten: Zum Jahresende werden Klinik und Verdi dann einen Tarifvertrag mit längerer Laufzeit und genauerem Personalplanungen aushandeln.

Anders als von Verdi gefordert, gibt es wohl keinen festen Personalschlüssel – etwa: eine Schwester auf fünf Patienten. Dennoch wird davon ausgegangen, dass die Charité ab 2015 weitere Zusatzkräfte einstellt.

Charité-Gewerkschafter bundesweit Pioniere

Der Tarifkampf gilt bundesweit als wegweisend - und ist auch unter Verdi-Funktionären umstritten. In Kliniken in Hannover und München wollen Pflegekräfte nun ähnliche Forderungen stellen. Bislang drehten sich Tarifrunden meist um Löhne und Arbeitszeiten - nicht darum, mehr Personal einzustellen. Viele Gewerkschafter wollen die Personalbemessung lieber durch ein Gesetz statt durch einen Tarifvertrag regeln lassen.

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