Berlin : Durchkreuzen

Gerd Nowakowski

Die Biedermänner sind gut organisiert, gut vernetzt und strategisch aufgestellt. Im Wahlkampf ist die Berliner Landkarte sauber aufgeteilt unter den rechten Parteien – damit man sich nicht gegenseitig Stimmen wegnimmt. In vier Bezirken haben NPD oder REP Chancen, die Drei-Prozent-Hürde zu überspringen. Das wäre fatal für eine Stadt, die Toleranz für einen positiven Standortfaktor hält, der Menschen aus aller Welt anzieht, hier ihr Glück zu suchen. Rechtsradikale Schläger haben Gewalt in den Wahlkampf hineingetragen. Das ist die verborgene Seite der Biedermann-Parteien, die selbst brutale Schläger noch als „Patrioten“ adeln. Wenn Schläger Wahlhelfer angreifen, Angst verbreiten und Wähler einschüchtern, dann ist nicht nur die Polizei gefordert. Was Berliner tun können: Nicht wegschauen, darüber reden und vor allem zur Wahl gehen. Denn eine hohe Wahlbeteiligung ist das sicherste Mittel, dass der Spuk in Berlin am 18. September vorbei ist. (Seite 10)

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