• E-Commerce: "Baustellen im Internet sind absolut out" - Was man beim Netzauftritt beachten muss

Berlin : E-Commerce: "Baustellen im Internet sind absolut out" - Was man beim Netzauftritt beachten muss

Muss eigentlich jedes Unternehmen ins Netz?

Muss eigentlich jedes Unternehmen ins Netz?

Heute ist eine E-Mail-Adresse ebenso wichtig wie eine Telefon- und Faxnummer. Bald wird jedes Unternehmen zumindest eine Visitenkarte im Netz haben. Ein großer Auftritt mit Datenbankanbindung oder E-Commerce-Funktion lohnt sich natürlich nicht für jeden. Nicht alle Produkte lassen sich über das Netz verkaufen, Artikel des täglichen Gebrauchs kaufen die meisten noch lieber im Geschäft, ebenso Produkte, die intensive persönliche Beratung erfordern.

Wie konzipiert ein Unternehmen seine Internet-Präsenz?

Zuerst muss man überlegen, wen man erreichen will. Bevor man selbst online geht, sollte man sich viel im Netz bewegt haben und wissen, was die Konkurrenz anbietet. Eine gute Website ist zielgruppenorientiert gestaltet. Im Firmenporträt sollte man den Kunden persönlich ansprechen: "Wir sind für Sie da" statt "Wir über uns". Informationen über die Tradition des Unternehmens interessieren den potenziellen Kunden nur, wenn er guten Service erwarten kann.

Was muss eine Unternehmens-Webseite unbedingt enthalten?

Der Kunde muss schnell Kontakt aufnehmen können. E-Mail-Adresse und Ansprechpartner für Fachfragen sollten genannt sein. In einem Impressum sollte verzeichnet sein, wer die Seiten gestaltet hat. Seriös und transparent wirkt es, wenn man Adresse und Telefonnummer nennt. Außerdem sollte angegeben sein, wann die Seiten das letzte Mal aktualisiert wurden, damit der Kunde weiß, dass die Informationen noch gültig sind.

Für das Design von Webseiten gilt, ...

dass die Navigation übersichtlich sein muss, damit sich der User schnell zurecht findet. Das Design von Grafiken und Text sollte insgesamt knapp und schlank sein. Grafiken müssen für den Webauftritt komprimiert werden, damit sich die Ladezeit des Dokuments nicht unnötig verzögert. Bewegte Bilder und Animationen sind nicht für jede Branche angemessen, auf zweckfreie visuelle Spielereien sollte man besser verzichten. Eine Werbe-Agentur kann durch aufwendige Grafiken auf ihre Palette hinweisen, bei einem Handwerksbetrieb sind vielleicht Preislisten und schriftliche Informationen wichtiger. Bei den Texten ist ein knapp formulierter Absatz auf der ersten Seite ein guter Anreiz für den Kunden, sich die Seite näher anzusehen. Lange Texte schrecken viele ab, nur wer wirklich interessiert ist, sollte über einen Hyperlink die Möglichkeit bekommen, zu detaillierten Informationen zu gelangen.

Wie interessiert man den Kunden dauerhaft für das eigeneWebangebot?

Indem man ihm einen Mehrwert bietet. Zum Beispiel kann man schriftliche Informationen in einer Druckversion anbieten. Man kann monatlich einen Newsletter verschicken und über Neuerungen auf der Site informieren. Aber jedes Zusatzangebot sollte zweckmäßig sein. Es macht wenig Sinn, wenn besagter Handwerksbetrieb Gewinnspiele anbietet. Der Nutzer sollte mit einer Website ein klares Profil verbinden und wissen, was er dort findet. Sinnvoll wäre es zum Beispiel, wenn ein Spielwarengeschäft auf seinen Seiten pädagogische Tipps für Eltern oder interaktive Spielecken für die Kinder anbietet. Zusätzlicher Service muss mit dem Produkt in Beziehung stehen. Aber man sollte berücksichtigen, dass jeder zusätzliche Service Geld und Arbeitskraft kostet. Irgendjemand muss den Newsletter ja schreiben.

Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um in Eigenregie Webseiten zu gestalten?

Mit Software wie Dreamweaver oder Frontpage kann man auf einem handelsüblichen PC einfache Seiten mit Bildern, Tabellen, Formularen und E-Mail selbst gestalten. Wer seine Seiten selber macht, muss natürlich auch die Zeit einkalkulieren, die er dafür braucht. Nicht immer klappt alles auf Anhieb, außerdem muss man sich laufend über neue Entwicklungen informieren. Es gibt inzwischen zahlreiche Workshops, in denen sich auch Computer-Laien die grundsätzlichen Web-Fähigkeiten aneignen können. Sobald man aber aufwendige Datenbank- oder Shop-Anwendungen laufen lassen will, sollte man sich von Experten beraten lassen.

Was sollte man auf jeden Fall vermeiden?

Stellen Sie Ihre Webseiten erst ins Netz, wenn sie wirklich fertig sind. Baustellen im Internet sind absolut out. Bei halb fertigen Seiten kommt der Nutzer einmal und nie wieder. Vermeiden Sie Programmierfehler, zum Beispiel bei Web-Formularen. Nichts schreckt mehr ab als ständige Error-Meldungen.

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