E-Mobility-Test in Berlin : Auch Spielzeugautos fahren mit Strom

Im kommenden Jahr einen Monat lang nur Elektrofahrzeuge im Helmholtzkiez - das könnte unerwartete Probleme geben. Dürfen jetzt auch Elektroautos für Kinder auf die Straße, fragt unser Autor.

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Jedem sein Elektroauto. Auch mit solchen Modellen ist auf den Straßen im Helmholtzkiez bald zu rechnen.
Jedem sein Elektroauto. Auch mit solchen Modellen ist auf den Straßen im Helmholtzkiez bald zu rechnen.Foto: pa/dpa

Ein Monat lang also nur noch Stromfresser im Helmholtzkiez, E-Mobility rund um die Uhr, bis die Akkus qualmen, was die Feinstaubbelastung zwar leider wieder ein wenig in die Höhe treiben würde, aber sei’s drum. Es geht um den Fortschritt, den ökologischen, und der soll durch nichts gestoppt werden, auch wenn noch nicht alle Folgen zu überschauen sind. Gewiss, die Luft im Kiez könnte sich verbessern, zumindest bei völliger Windstille, auf dass nicht der Dreck von nebenan den Helmholtzern trotz aller verordneten Benzin- und Diesel-Enthaltsamkeit doch wieder um die Nase geblasen werde.

Leerer sollte es auf den Straßen zwar schon ein wenig werden, so viel elektromobile Bürger gibt es nun auch wieder nicht, aber selbst das ist nicht ganz ausgemacht. Denn wenn der Elektroantrieb zum alleinigen Zulassungskriterium für den Einsatz eines Fahrzeugs erklärt wird, müssten doch auch all die berechtigt sein, die bislang, werden sie im Straßenverkehr erwischt, ein energisches Stirnrunzeln der Ordnungshüter und Schlimmeres zu gewärtigen haben. Beispielsweise die Besitzer akkubetriebener Gabelstapler: Sind ohne geliftete Stapelgabel etwas unpraktisch beim Einparken – es sei denn, sie heben das gegnerische, ihren Parkversuch störende Fahrzeug kurzerhand zur Seite. Einem geordneten Verkehrsablauf ist solch ein Verhalten freilich kaum förderlich. Auch könnten die Kleinsten unter den Verkehrsteilnehmern, bislang von der Straße verbannt, auf ihre neuen Rechte pochen: die blutjungen Besitzer von geschrumpften Mercedes-, BMW- oder Porsche-Elektrosportwagen, die nicht strampeln müssen, sondern fürs Vorankommen nur eine Steckdose benötigen.

Und was ist eigentlich mit den Oldtimer-Fahrern? Von der grünen Plakette sind sie befreit, haben unangefochtenen Zugang zu jeder Umweltzone – da liegt die Forderung nahe, ihre Fahrzeuge als Zeugnisse des kulturellen Erbes auch von dem Zwang zur Umrüstung auf Elektromotoren zu befreien.

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