EAST SIDE GALLERY : Im März ist Richtfest – trotz aller Proteste

Maik Uwe Hinkel
Maik Uwe HinkelFoto: IMAGO

DER VERKAUF GEHT WEITER

Keinen Einfluss auf das Baugeschehen an der East Side Gallery hat die Debatte um die Verstrickung von Bauherr Maik Uwe Hinkel in Stasi-Bespitzelungen und nachrichtendienstliche Tätigkeiten. Der Beton für das sechste von 13 Geschossen ist gegossen, hinzu kommt eine Dachetage. Das Richtfest soll einem Sprecher von Hinkel zufolge im März kommenden Jahres stattfinden. Unter dem Dach des etwa 60 Meter hohen Turmes sollen 61 Wohnungen entstehen. Diese seien zu 60 Prozent verkauft, heißt es. Die Preise starten bei 2750 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Die Werber der Firma nennen als Vorbilder für den begrünten Turm in Berlin Mailands „Bosco Verticale“ sowie den „village vertical“ in Paris. Ralf Schönball

DER STREIT GEHT AUCH WEITER
Als Zufahrt für die Baustelle hatte Hinkel im Frühjahr eine sechs Meter breite Lücke in die East Side Gallery stemmen lassen. Die Maueröffnung im Morgengrauen wurde von einem massiven Polizeieinsatz begleitet, weil die Gegner des Bauvorhabens Proteste angekündigt hatten. Zudem demonstrierten Tausende, auch internationale Stars wie David Hasselhoff mischten sich ein. Anschließend begannen Gespräche über eine „gemeinsame Zufahrt“ der beiden Bauprojekte am Mauermahnmal und die mögliche Schließung der Mauerlücke nach dem Abschluss der Bauarbeiten. Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, der den Hinkel-Bau samt Maueröffnung genehmigt hatte, schwenkte auf die Seite der Protestbewegung um. Die Untere Denkmalschutzbehörde soll nach Tagesspiegel-Informationen eine Überfahrung der East Side Gallery auf der westlichen Seite aus denkmalpflegerischer Sicht abgelehnt haben. Gleichzeitig lehnte das Bauamt eine Aufstockung des Hotelriegels neben dem Living Levels von Hinkel ab. Der Investor legte Wiederspruch ein, nun befasst sich die Bauverwaltung des Senats seit geraumer Zeit mit dem Problem. Eine Lösung ist bislang nicht absehbar. Thomas Loy

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