Berlin : Easy Rider

Warum Trike fahren oft ohne Schutzhelm erlaubt ist

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Mit seinen drei Rädern liegt das Trike gewissermaßen zwischen Motorrad und Auto. In der rechtlichen Bewertung ist es genauso – Folge: Keiner weiß Bescheid. Braucht man einen Helm, einen Gurt? „Beides nicht“, hieß es gestern von Polizei und ADAC zunächst. Doch so einfach ist es nicht. Die kürzeste Formel, auf die es sich bringen lässt, lautet: Eines von beiden braucht man immer.

Meist werden die Trikes als „Pkw offen“ zugelassen, nicht als Kraftrad. In diesem Fall sind sie dem Auto näher, und es gelten die gleichen Regeln wie beim Auto: Gurtpflicht, aber keine Helmpflicht. So die Schilderung von Wolfgang Klang, Sachbereichsleiter Verkehr bei der Polizei. Als was das Gefährt zugelassen werde, richte sich nach der Bauart. „Ist der Abstand der Hinterräder klein und kann das Fahrzeug leicht umfallen, dann ist es eher einem Motorrad ähnlich und wird ausdrücklich als Trike zugelassen“, sagt Klang. Die Zulassungsbehörde entscheide von Fall zu Fall.

Der TrikeVermieter Olaf Röder hat andere Erfahrungen gesammelt. „Meine Fahrzeuge sind alle als Pkw offen zugelassen, aber es besteht trotzdem Helmpflicht – das steht im Fahrzeugschein“, sagt er. Gurte seien nicht vorhanden. Röder betreibt seit 1995 in Pankow die Firma Dreist-Trikes. Im Triker-Forum im Internet findet sich noch die Auskunft, für Trikes ab Baujahr 2000 gelte wegen EU-Rechts keine Helmpflicht. Was nun gilt, ist unklar.

Nach Auskunft der Polizei dürfen Kinder auf dem Trike genauso mitgenommen werden wie auf dem Motorrad. Beim Motorrad herrsche strenge Helmpflicht, und das Kind müsse sich sicher festhalten können. Eine Altersbeschränkung gebe es nicht. Röder widerspricht: „Bei den Dreisitzern dürfen Kinder erst ab acht Jahren mit, auch das steht im Fahrzeugschein.“ fk

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