Eat&Style in Berlin : Die kleine Grüne Woche am Gleisdreieck

Noch bis Sonntag präsentiert die Berliner Premiere der „Eat&Style“ am Gleisdreieck in Berlin-Kreuzberg Köstlichkeiten. Eine kleine Food-Messe mit viel Charme - und viel Berlin-Bezug.

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Die Eat&Style ist eine Mischung aus Messe, Show und Festival. Es wird live gekocht.
Die Eat&Style ist eine Mischung aus Messe, Show und Festival. Es wird live gekocht.Foto: Guido Schröder/promo

Begonnen hat die dritte kulinarische Großveranstaltung dieses Berliner Herbstes am Freitag stilgerecht mit einem Stromausfall an der Hauptbühne. Doch das war eine Episode, die den Blick auf die Einzelheiten der „eat&Style“ nicht verstellte. Messe, Show, Festival? Was da noch am Sonnabend und Sonntag in der „Station“ am Gleisdreieck passiert, ähnelt am meisten einer Messe, ja, man könnte sie eine kleine Grüne Woche nennen, nur eben ohne Massenprodukte und stark auf Berlin bezogen.

Jedenfalls, was das Programm der Köche auf den verschiedenen Bühnen und an den verschiedenen Ständen betrifft. Drumherum geht es durchaus auch sehr international zu; gleich hinter dem Eingang gibt es ein famoses Currypulver zu kosten, an dem ein dänischer Tüftler drei Jahre lang gesessen hat. Sogar Safran sei drin, heißt es. Wesentlich älter als drei Jahre sind die Kartoffelsorten, die Swen Gündel im Vogtland anbaut. Er betreibt dort unten eine Art Kulturbauernhof mit Weinkeller. In Berlin zeigt er aber die Kartoffeln, 150 Sorten sind es insgesamt, vogtländische Blaue, Reichskanzler, Vitelotte und Highland Burgundy Red – und er verschickt sogar online ...

Am Gleisdreieck. Veranstaltungsort ist „The Station“, am Sonnabend und Sonntag ab 11 Uhr geöffnet.
Am Gleisdreieck. Veranstaltungsort ist „The Station“, am Sonnabend und Sonntag ab 11 Uhr geöffnet.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Zum unmittelbaren Verspeisen eignen sie sich allerdings nicht, aber in diese Lücke springen andere Aussteller. Die Berliner Start-Up-Szene konzentriert sich im Moment stark aufs Essen, und zu ihr gehört beispielsweise die Firma „Kukimi“, die feine Gerichte, fertig zubereitet, in der Plastiktüte – die hier selbstverständlich „Aromabeutel“ heißt – nach Hause liefert. Mehr als ein Topf mit heißem Wasser ist nicht nötig, um dann etwa Süßkartoffel-Zucchini-Curry mit Erdnüssen oder Lamm mit Pimientos aufzutischen. Immer etwas zu essen gibt es an den zahlreichen Schauküchen, wo beispielsweise der begnadete Selbstdarsteller Chakall Ceviche von Riesengarnelen ausreicht und markant gewürzte Burger baut.

Weiter hinten, in der zweiten Halle, wird die Sache überregionaler. Einer der Schutzpatrone der Ausstellung, Ralf „Trüffelpapst“ Bos aus Düsseldorf, reibt hier höchstpersönlich die kostbare Knolle über frisch gekochte Nudeln, wobei freilich zu bedenken wäre, dass das vom Eintrittspreis nicht gedeckt ist. Ein weiterer Dauergast der Ausstellung an anderen Standorten ist die Firma Otto-Gourmet, bei der ständig allerfeinstes Rindfleisch gebrutzelt wird.

Am Stand des Deutschen Wein-Instituts holt Pressesprecher Steffen Schindler auf Wunsch ganz weit aus, um die Sache mit den deutschen Weinen zu erklären, und beim Restaurantportal „Yelp“ wirbt „Community Manager“ Anne Seubert nicht nur um neue Mit-Kritiker, sondern erläutert, dass zum lokalen Programm des Internet-Riesen auch ganz traditionelle kleine Veranstaltungen gehören.

Lohnt der Besuch? Er lohnt, selbst wenn nach den beiden anderen Festivals des Herbstes eine gewisse Müdigkeit verständlich wäre.

Luckenwalder Straße 4-6, Schöneberg, Sonnabend 11-19, Sonntag 11-18 Uhr, Eintritt 12 Euro , www.eat-and-style.de

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Neukölln, Ortsteil Neukölln. Große Güte, was sollen wir denn noch schreiben über Neukölln? Ach, zeigen wir lieber die besten Bilder aus dem hippen/dreckigen/juten, alten Neukölln (je nach Alter und Herkunft).Und stellen zwei knifflige Fragen: In welchem Ortsteil steht das Karstadt am Neuköllner Hermannplatz? Genau, in Kreuzberg (der Bürgersteig ist die Grenze, das überragende Dach gehört zu Neukölln). Und wer sind die beiden Figuren in der Mitte? Das "tanzende Pärchen" steht dort seit den 80ern, erschaffen wurde es von Joachim Schmettau und drehte sich früher sogar mal. Moment: Joachim Schmettau ... Schmettau? Ja, genau, das ist auch der Mann vom markanten Wasserklops am Europa-Center.Weitere Bilder anzeigen
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14.01.2016 08:38Neukölln, Ortsteil Neukölln. Große Güte, was sollen wir denn noch schreiben über Neukölln? Ach, zeigen wir lieber die besten...
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