ECHT EXOTISCH! : Affenpinscher: Mit Herz und Schnauze

GLÜCKLICHE FAMILIE. Für Roswitha Fichtner sind sie die ultimativen Lebensbegleiter: Nena, Beauty, Perle und Frieda – schwer zu sagen, wer wer ist. „Affenpinscher sind wie ich“, sagt die Züchterin vom Zwinger Butzemannhaus. „Auf Strenge reagieren sie nicht.“ Foto: Doris Spiekermann-Klaas
GLÜCKLICHE FAMILIE. Für Roswitha Fichtner sind sie die ultimativen Lebensbegleiter: Nena, Beauty, Perle und Frieda – schwer zu...

Seine hartnäckigsten Fans glauben, dieser Hund entstand zu Zeiten des Affenmenschen – na, wegen der Ähnlichkeit! Seriösere Forschungen weisen Spuren um 1500 nach. Fest steht, die Art, als Rattenjäger geschätzt, hat sich in Jahrhunderten kaum verändert: eingedrückte Nase, vorstehender Unterkiefer und überall Haare – raue, abstehende Haare. Eine kleine, nervös auf zierlichen Läufen umhertrippelnde, lebende Bürste. Wer einem Affenpinscher ins strubbelige Gesicht schaut, glaubt, einen Primaten zu sehen. So was muss man mögen, Roswitha Fichtner, 60, Züchterin aus Niederschöneweide, tut’s. In der DDR wünschte sie sich, was sie nur vom Bild und Hörensagen kannte: ein Hündchen, dessen Charakter ihrem ähnelte, einen Querkopf, der nicht auf Strenge pariert, sondern nur auf liebevolle Zuwendung. Vor zehn Jahren konnte sie sich ihre erste Affenpinscher- Hündin leisten. 1000 Euro gingen drauf, begründeten aber ihre Zucht. Die Art produziert kaum je große Würfe, doch letztes Jahr kamen gleich sechs Welpen in Roswithas Mietwohnung zur Welt. „Det war nich mehr schön“, sagt sie. Das Muttertier litt. Eine ihrer Cavalier-Spanielhündinnen, die sie ebenfalls züchtet, bot sich als Amme an. Die Welpen gingen in die Schweiz, nach Finnland, ein Interessent kam kurz mal aus Korea. Geblieben sind ihr drei Mütter und eine Oma: Nena, 10, Beauty und Perle, 7, Frieda, 6 Jahre alt, umhecheln sie fröhlich, lassen sich gern herzen und an Frauchens Busen drücken. Kluge Familienhunde seien sie, sagt Roswitha, bräuchten immer eine Aufgabe: Ball- und Versteckspiele, Futter suchen, bloß nicht jeden Tag denselben Gassiweg. „Ich kenne eine Frau in der Schweiz, die geht mit denen trüffeln“, erzählt sie. „Waff, waff, waffwaff!“, antworten die Äffchenhunde blechern. „Ach ja“, sagt Roswitha, „einen Nachteil gibt’s: Die haben ’ne grässliche Stimme.“ SUSANNE LEIMSTOLL

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben