Berlin : Ehec-Patient starb in Potsdam

In Berlin werden derzeit 30 Betroffene behandelt

Sabine Beikler/Sandra Dassler

Möglicherweise gibt es in der Region den ersten Todesfall durch Ehec. Ein mit dem Darmerreger infizierter Mann starb am Freitag im Potsdamer Ernst-von-Bergmann-Klinikum. Der Mann litt aber unter schweren Vorerkrankungen, sagte eine Sprecherin des brandenburgischen Gesundheitsministeriums. Es sei nicht sicher, ob er daran oder an dem durch Ehec ausgelösten Nierenversagen starb.

Der Mann war erst am 31. Mai aus einem anderen Krankenhaus ins Potsdamer Klinikum verlegt worden, sagte Kliniksprecherin Damaris Hunsmann. Auch sie sprach von „schweren internistischen Grunderkrankungen“, wollte diese aber aus Rücksicht auf die Angehörigen nicht näher beschreiben. Der Verstorbene war Mitte 50 und litt auch an dem durch den Ehec-Erreger ausgelösten Hämolytisch-Urämischen Syndrom (Hus). Er war einer von sieben bestätigten Fällen in Brandenburg, die anderen sechs betreffen ebenfalls Patienten im Bergmann-Klinikum. Fünf leiden an Hus, akute Lebensgefahr soll für sie aber nicht bestehen.

Insgesamt erhöhte sich die Zahl der Verdachtsfälle in Brandenburg am Freitag auf 13; sie werden in Potsdam, Ludwigsfelde, Schwedt und Frankfurt (Oder) behandelt. „Die meisten von ihnen waren in Norddeutschland oder hatten Kontakt zu Personen, die in Norddeutschland waren“, sagte die Sprecherin des brandenburgischen Gesundheitsministeriums.

Gemessen an Hamburg und Kiel sind die Krankheitsfälle auch in Berlin noch überschaubar. „Wir haben kein Problem mit den Kapazitäten“, sagte Charité-Sprecherin Stefanie Winde. Derzeit werden an den drei Charité-Standorten in Berlin 20 Patienten mit Ehec sowie zehn Ehec-Patienten mit Hus behandelt.

Bis Freitag sind laut Senatsgesundheitsverwaltung in Berlin 16 Hus-Fälle – vier mehr als am Mittwoch – und 31 Ehec-Infektionen – sechs mehr als am Mittwoch – registriert worden. „Die Situation ist noch entspannt“, sagte Sprecherin Regina Kneiding. Mitarbeiter der Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsämter hätten in Geschäften 180 Proben von Gemüse und Salaten genommen. Von 125 Proben liegen bisher die Ergebnisse vor. „In keinem einzigen Fall wurde Ehec nachgewiesen“, sagte Kneiding. Die Gesundheitsverwaltung rät daher nicht zu zusätzlichen Schutzmaßnahmen. Man sollte aber weiter auf den Verzehr von Salat, rohem Gemüse, Rohmilch oder rohem Rindfleisch wie Tartar verzichten. Sabine Beikler/Sandra Dassler

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