Berlin : Ehefrau getötet: Täter stellte sich Mahmut C. meldete sich bei der Polizei

Jörn Hasselmann

Drei Tage nach den tödlichen Messerstichen gegen seine Ehefrau hat sich der mutmaßliche Täter gestellt und die Tat gestanden. Mahmut C. meldete sich gestern Mittag im Weddinger Abschnitt 36 in der Pankstraße. Er kam alleine, auch ohne Anwalt. Der 28-Jährige hatte am Montagmorgen in Prenzlauer Berg seine 24 Jahre alte Frau durch mehrere Stiche in den Oberkörper getötet und seine 52 Jahre alte Schwiegermutter ebenfalls durch mehrere Stiche schwer verletzt.

Hintergrund der Bluttat war, wie berichtet, die Trennungsabsicht seiner Ehefrau Stefanie. Sie hatte im August vor dem Amtsgericht nach mehreren Jahren Ehe einen so genannten Wegweisungsbeschluss gegen ihren Mann erwirkt – weil er sie zuvor mehrfach geschlagen und in der Wohnung randaliert hatte. Doch C. hielt sich nicht an das Annäherungsverbot und saß im Imbiss „Kaukasus“ an der Grellstraße Ecke Greifswalder Straße, das Eckhaus steht neben dem 30er-Jahre-Bau, in dem Stefanie C. wohnt. Der Ehemann wusste genau, dass seine Frau auf dem Weg von und zu ihrer Wohnung vorbeikommen muss. Als Stefanie C. mit ihren beiden Töchtern und ihrer Mutter morgens auf dem Weg zur Schule an dem Imbiss vorbeikamen, sahen sie Mahmut C. hineingehen – und wenig später glaubten sie zu sehen, dass er wieder herausgeht. Ein tödlicher Irrtum, der jedoch erklärt, wieso Stefanie den Imbiss überhaupt betrat. Da sie große Angst vor ihrem Mann hatte, machte sie keinen Weg ohne ihre Mutter.

Mahmut C. saß gegen 8.30 Uhr früh also noch in dem Imbiss. Während die Mutter der Getöteten der jüngsten Tochter, die noch nicht zur Schule geht, einen Riegel Schokolade kaufte, stach Mahmut C. nach einem kurzen Wortwechsel seine Frau nieder. Danach flüchtete der auch zuvor schon polizeibekannte Gewalttäter. Seine Tochter verletzte er bei diesem Gewaltausbruch vor mehreren Zeugen nicht. Nach Angaben der Polizei geht es der verletzten 52-jährigen Mutter von Stefanie C. besser, sie liegt jedoch weiterhin im Krankenhaus.

In der ersten Vernehmung durch die Mordkommission gab Mahmut C. an, die vergangenen drei Tage vor allem mit der S-Bahn durch die Stadt gefahren zu sein. Übernachtet habe er in Parks. Die Tatwaffe brachte Mahmut C. nicht mit zur Polizei.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben