Berlin : Ehemalige Langzeitarbeitslose beseitigen Müll neben den Gleisen

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Beim Blick aus dem Fenster sollen Fahrgäste in Zügen der Bahn AG und der S-Bahn GmbH in Zukunft statt wilder Müllkippen saubere Anlagen sehen. 30 ehemals Langzeitarbeitslose räumen seit dem vergangenen August den Schutt an Bahnanlagen weg oder stutzen die Vegetation. 1,8 Millionen Mark lassen sich die Deutsche Bahn, die S-Bahn, das Arbeitsamt Mitte und die Senatsarbeitsverwaltung das Projekt "Saubere Berliner Bahnanlagen" kosten. Aufgeräumt werden vorwiegend Anlagen und angrenzende Flächen in der Nähe von Wohngebieten. Derzeit ist der ehemalige Güterbahnhof Charlottenburg an der Reihe.

Die Bahn AG setzt damit ein Programm fort, das sie vor einigen Jahren gestartet, inzwischen aber eingeschränkt hatte. Damals wollte sie die Bahnanlagen auf eigene Kappe vom Müll befreien. Diese Aktion sei auf Dauer jedoch zu teuer gewesen, sagte gestern S-Bahn-Fachbereichsleiter Gerd Jacob. Jetzt teilen sich die Bahn, das Arbeitsamt und die Senatsarbeitsverwaltung die Kosten.

Dabei profitieren alle: Die Anlagen der Bahn werden sauberer, und 30 ehemalige Langzeitarbeitslose haben wieder eine berufliche Perspektive, wie der Direktor des Arbeitsamtes Mitte, Jürgen Bogdahn, sagte. Beschäftigt werden vorwiegend Mitarbeiter, die vor der Arbeitslosigkeit Helfer-Tätigkeiten ausübten. "Solche Arbeitsplätze gibt es nicht mehr", so Bogdahn.

Zu tun hat die Reinigungstruppe reichlich. Auf den Bahnanlagen landet so ziemlich alles - vom Altöl über den Kühlschrank bis zum Ziegelschutt. Dabei kann man bei der Stadtreinigung gratis bis zu einem Kubikmeter Sperrmüll abgeben, wer mehr los werden will, muss allerdings 50 Mark bei der Abholung zahlen. Die Bahn rechnet nicht damit, dass die Berliner umweltbewußter werden. Sie will das Programm im nächsten Jahr fortsetzen.

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