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Ehemaliger Linken-Fraktionschef : Gregor Gysi will doch noch mal in den Bundestag

Er kann's nicht lassen: Gregor Gysi will 2017 noch einmal in den Bundestag, wie der "Berliner Kurier" berichtet. Und ein konkretes Ziel hat er auch. Seine Parteifreunde sind begeistert.

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Gregor Gysi bleibt dran - und will auch nach der nächsten Bundestagswahl im Parlament sitzen.
Gregor Gysi bleibt dran - und will auch nach der nächsten Bundestagswahl im Parlament sitzen.Foto: Oliver Berg/dpa

Polit-Rente? Die ist noch nichts für Gregor Gysi. "Ich werde, wenn mich meine Partei nominiert, als Direktkandidat darum kämpfen, den für mich schönsten Bezirk Berlins weiter im Bundestag zu vertreten", sagte Gregor Gysi dem "Berliner Kurier".

Er gehört zwar auch derzeit dem Bundestag an, aus der ersten Reihe der Politik hatte er sich aber vor einem Jahr öffentlichkeitswirksam verabschiedet. Nun jedoch will er weitermachen, allerdings nur als – aussichtsreicher – Direktkandidat und ohne Absicherung über die Landesliste. Gysi verweist darauf, gerade aus seinem Wahlkreis Treptow-Köpenick habe es viele Bitten gegeben, als Abgeordneter weiterzumachen.

Und wofür? Für ein rot-rot-grünes Bündnis auf Bundesebene. "Historisch notwendig" hatte Gysi eine solche Koalition im Bund erst kürzlich im Tagesspiegel-Interview genannt. Nun will er selbst noch einmal antreten, offenbar um seinen Teil zu einem solchen Bündnis beizutragen.

Begeisterung bei den Parteifreunden

Parteifreunde nahmen Gysis Ankündigung mit Erleichterung auf. Der ehemalige Fraktionschef hatte lange offen gelassen, ob er 2017 erneut kandidiert und sich erst in den vergangenen Wochen endgültig entschieden.

"Klar freue ich mich, dass Gregor wieder für Treptow-Köpenick ins Rennen geht", sagte der Berliner Linken-Chef Klaus Lederer dem Tagesspiegel. "Ich hab darauf auch gehofft. Denn er ist zum einen in diesem Bezirk wirklich an den Problemen der Leute dran, und zum zweiten nach wie vor einer derjenigen, die Scharfsinniges und Kluges zu linker Politik beizutragen haben, im Kleinen wie im Großen. Tolle Sache!”

Auch Dietmar Bartsch, Gysis Nachfolger im Amt des Fraktionsvorsitzenden, begrüßte die Entscheidung Gysis. "Ich freue mich, dass Gregor Gysi seinen Wahlkreis Treptow-Köpenick verteidigen will und nach meiner Einschätzung auch wird", sagte Bartsch dem Tagesspiegel. Für die Wahlauseinandersetzung 2017 sei dies "mit Sicherheit hilfreich". Bartsch sagte, er persönlich habe seinen Beitrag geleistet, dass Gysi diese Entscheidung so getroffen hat.

"Gregor Gysi kämpft voll Leidenschaft für Demokratie"

Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau, die im Berliner Wahlkreis Marzahn-Hellersdorf direkt gewählt ist, erklärte, sie sei "wirklich froh" über Gysis Schritt. "Prima! Das ist eine gute und kluge Entscheidung", sagte Pau dem Tagesspiegel.

Linken-Bundesgeschäftsführer Matthias Höhn sagte dem Tagesspiegel: "Ich freue mich sehr über diese Entscheidung. Das ist eine schöne Nachricht für Die Linke und die Politik insgesamt. Und ich bin sicher, dass er seinen Berliner Wahlkreis erfolgreich verteidigen wird."

Auch die Linken-Bundesvorsitzende Katja Kipping versicherte, sie freue sich sehr über Gysis Entscheidung. "Gregor Gysi kämpft voll Leidenschaft für Demokratie und gegen soziale Ungerechtigkeiten." Dieser Einsatz sei gut für die Partei wie für die Gesellschaft. 

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