• Ehemaliges DDR-Gefängnis an Rummelsburger Bucht: Bezirk entscheidet über Gedenktafel

Ehemaliges DDR-Gefängnis an Rummelsburger Bucht : Bezirk entscheidet über Gedenktafel

Entlang der Rummerlsburger Bucht sind die Gebäude eines ehemaligen Waisenhauses und DDR-Gefängnisses inzwischen saniert und normal bewohnt. Nun entscheidet der Bezirk, ob eine Tafel an die Geschichte der Häuser erinnern soll.

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Das 1879 von Hermann Blankenstein erbaute "Arresthaus für männliche Corrigenden" wurde zur DDR-Zeit als Krankenstation des Gefängnisses Rummelsburg genutzt.
Das 1879 von Hermann Blankenstein erbaute "Arresthaus für männliche Corrigenden" wurde zur DDR-Zeit als Krankenstation des...Foto: Mike Wolff

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Sind Sie mal am Ufer der Rummelsburger Bucht entlang gegangen, vom Ostkreuz bis zum Hafen? Dort, wo der Blick aufs Wasser hinter den Bäumen des Renaturierungsstreifens verschwindet, stehen auf der linken Seite zwei ehemalige „Knabenhäuser“, die letzten verbliebenen Gebäude eines alten Waisenhauses - heute saniert und normal bewohnt. Der Bezirk entscheidet gerade über eine Tafel, auf der diese Dinge in Erinnerung gebracht werden.

Schöner Wohnen im Knast

200 Meter weiter grüßt der Wachturm einer eigenartigen Wohnanlage: ein Klinkerbau, der in der DDR als Gefängnis genutzt wurde. Schöner Wohnen im Knast der Volkspolizei. Ehemaligen Häftlingen mag der Gedanke an ein Kinderzimmer in ihrer Zelle seltsam vorkommen.

Im wachsenden Lichtenberg kann nicht jeder Ort mit schwieriger Vergangenheit zum Museum werden. Doch es ist wichtig, dass wir mit Tafeln, mit Stolpersteinen und Stelen an jene Zeiten erinnern. Damit wir nie wieder Häuser für Kriegswaisen bauen müssen!

Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie Henning Onken bitte eine E-Mail an leute-h.onken@tagesspiegel.de.

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