Berlin : Ehemann heuerte Killer für Ehefrau an

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Nach mehr als 30 Jahren Ehe wollte Gerd W. seine Gattin aus dem Weg schaffen. Der 55-jährige Pensionswirt und Vater von zwei erwachsenen Kindern setzte einen Killer auf sie an. Gestern verurteilte ihn das Landgericht wegen versuchter Anstiftung zum Mord zu fünf Jahren Haft. „Sie haben Glück, dass Ihre Noch-Ehefrau noch lebt“, sagten die Richter. Gerd W., ein Mann mit graumelierten Haaren und leidendem Blick, zuckte leicht zusammen. Sein Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert, weil Gerd W. die Tat verhindern wollte. Die Polizei habe ihn an jenem Abend im März 2005 vorschnell aufgegriffen. An diesem Abend sollte der gedungene Killer im Schmargendorfer Trödelladen von Renate W. auftauchen. Die Richter konnten nicht erkennen, dass Gerd W. von dem erteilten Mordauftrag zurücktreten wollte. Er hätte alle Kraft einsetzen müssen, stattdessen habe er im Auto nahe des Ladens seiner Frau gesessen und Zettel sortiert. Offen blieb im Prozess der Grund für die Mordpläne. Es könne sein, dass Gerd W. seine Frau als „Störfaktor“ loswerden wollte, hieß es im Urteil.

Der Mann, der mit einem Stich in den Rücken das Eheproblem von Gerd W. lösen sollte, war ein ehemaliger Hausmeister. Er hatte in der Pension von W. randaliert und war rausgeflogen. Der Chef sah danach nur noch eine Chance für seinen Ex-Hausmeister. Ganz unter Männern meinte er: „Ich kann die Kündigung zurücknehmen, du müsstest aber die Sache mit meiner Frau zu Ende bringen.“ Bereits 1998 hatte ihm Gerd W. eine Summe von 15 000 Euro für den Mord geboten. Der Ex-Hausmeister weihte die Polizei ein. Gerd W. hatte seine Frau im Prozess als eine Furie beschrieben, die ihn beschimpft und gedemütigt habe. Die Richter hatten offenbar einen anderen Eindruck von der Frau, die im Prozess sichtlich schockiert aussagte. Inzwischen lebt das Paar in Scheidung, einvernehmlich, wie es hieß. K. G.

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