Berlin : Ehestreit mit tödlichem Ende: Frau erschiesst ihren Mann mit seiner Dienstwaffe

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Ein Beamter des Bundesgrenzschutzes ist nach einem heftigen Ehestreit am Sonnabend um 4.45 Uhr morgens von seiner Frau mit seiner eigenen Dienstwaffe erschossen worden. Nachdem die 39-jährige Frau bei den ganztägigen Vernehmungen am Sonnabend noch behauptet hatte, dass es ein Unfall gewesen sei, räumte sie nach Angaben der Polizei am Sonntagvormittag ein, "einmal mit Absicht geschossen" zu haben. Der 33-jährige Grenzschützer wurde ins Herz getroffen, er starb noch am Tatort. Die Frau wurde wegen Totschlagverdachts festgenommen, sie sollte noch am Sonntag einem Haftrichter vorgeführt werden.

Bei der ermittelnden 6. Mordkommission hieß es gestern, dass dem Streit - der nicht der erste lautstarke Ehekrach in der Wohnung in der Weddinger Transvaalstraße gewesen sein soll - reichlicher Alkoholgenuss vorausgegangen sei. Die Frau musste ihrem Mann auch nicht die Waffe entwinden, denn er hatte sie während der Auseinandersetzung zu früher Morgenstunde auf einen Tisch gelegt, offensichtlich um seine Frau zu provozieren.

Der getötete Beamte hatte seine Dienstwaffe Sig Sauer P 6 rechtmäßig in seiner Wohnung. Der Polizeiobermeister war ein so genannter Dauerwaffenträger, der seine Waffe nicht nach Dienstschluss im Waffenschließfach seiner Dienststelle einschließen musste. Sowohl der BGS als auch die Berliner Polizei genehmigen zum Beispiel dann das ständige Tragen der Dienstwaffe, wenn es für die Beamten zu umständlich wäre, vor oder nach der Arbeit erst bei einer Dienststelle vorbeizufahren und die Waffe zu holen oder abzugeben. Die Polizisten sind in solchen Fällen aber verpflichtet, die Waffe in ihrer Wohnung sicher aufzubewahren, damit sie nicht in die Hände Unbefugter fallen kann.

Vor einer Woche hatte sich ein Kommissar eines Neuköllner Polizeiabschnittes mit seiner Dienstwaffe in einem Wald kurz hinter der Stadtgrenze erschossen.

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