Ehrensache : Anerkennung und Lebenssinn finden

KÜSTER IN KREUZBERG. Guido Brück, 54, aus Moabit, hilft der Stadtmissionsgemeinde in der St. Lukaskirche.
KÜSTER IN KREUZBERG. Guido Brück, 54, aus Moabit, hilft der Stadtmissionsgemeinde in der St. Lukaskirche.

BerlinWAS ICH MACHE

Ich schließe morgens die Kirche auf, zünde die Kerzen an, lege die Gesangbücher aus, gestalte die Schaukästen, übernehme den Verwaltungskram und – besonders wichtig – ich läute die Glocken. Auch wenn das heutzutage nicht mehr mit Seilen, sondern per Knopfdruck funktioniert. Seit einem Jahr komme ich fast jeden Tag in die St. Lukaskirche. Das macht mir richtig Spaß. Oft bekomme ich von den Gemeindemitgliedern zu hören: „Gott sei Dank haben wir dich hier.“ Das hebt mein Selbstwertgefühl. Ehrlich gesagt wüsste ich sonst nichts mit mir anzufangen. Ich bin Arbeit suchend, was soll ich denn den ganzen Tag machen? So ist mein Leben ausgefüllt, und ich kann meine Ideen einbringen. Ich habe eine kleine Ausstellung über die Geschichte der Kirche mitkonzipiert und erzähle den Besuchern gerne etwas über die Hintergründe des Baus.

WAS ICH MIR WÜNSCHE

Dass mehr Menschen in die Kirche finden. Wissen Sie, mein Leben lang war ich nicht gläubig – bis ich gemerkt habe, welche Kraft der Glaube und die Gemeinschaft mir geben können. Durch meine Arbeit hier und die Anerkennung von den Gemeindemitgliedern hat mein Leben wieder einen Sinn für mich. Deshalb will ich mich engagieren, bis ich umfalle. mop

Weitere Informationen im Netz:

www.sm-kreuzberg.de

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