Ehrensache-Porträt : „Ich freue mich auf Woodstock“

Ferdinand Worel ist erst 21- aber schon Profi bei den Maltesern. Was ihm das bringt? Zum Beispiel, dass man viel voneinander lernt, auch im Sanitätseinsatz bei Musikfestivals.

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Kenner und Könner: Ferdinand Worel, 21, aus Steglitz, Rettungsassistent beim Malteser Hilfsdienst.
Kenner und Könner: Ferdinand Worel, 21, aus Steglitz, Rettungsassistent beim Malteser Hilfsdienst.Foto: Annette Kögel

WAS ICH MACHE

Kommen Sie ruhig kurz rein in unser Zelt! Hier bei „Energy in the Park“ haben wir in unseren Unfallhilfestellen rund 100 Menschen versorgt, sieben mussten wir ins Krankenhaus bringen. Eigentlich arbeite ich gerade in München als Rettungsassistent – und bin jetzt im „Heimaturlaub“. Ich arbeite seit acht Jahren ehrenamtlich im Sanitätsdienst mit, kenne viele Leute, es macht Spaß, auch wegen des Gemeinschaftsgefühls, so wende ich mein Wissen gern auch in der Freizeit an. Angefangen hat alles, als ich als Schulsanitäter 2005 am Schadow-Gymnasium in Zehlendorf unseren Schulsanitätsdienst aufgebaut habe. Erst wurde ich zum Schulsanitäter bei der Malteser-Jugend ausgebildet und habe mich dort später vom Einsatzsanitäter über den Rettungssanitäter bis heute zum Rettungsassistenten weiterqualifiziert. Ich freue mich, dass wir auch die nächsten Jahre bei „Energy in the Park“ im Strandbad Wannsee die medizinische Versorgung gewährleisten. Im August fahren wir Malteser zum polnischen „Woodstock“ in Küstrin und unterstützen dort die polnischen Kollegen beim Sanitäts- und Rettungsdienst. Neben der fachlichen Herausforderung ist das immer ein internationales gesellschaftliches Highlight, bei dem man viel voneinander lernen kann – nicht nur im medizinischen Sinne.

WAS ICH MIR WÜNSCHE

Dass Menschen nur die Mengen an Alkohol konsumieren, die sie auch vertragen. Das täten sie, wenn sie selbst mal in einem Rettungswagen mit Erbrochenem putzen müssten. Ich fände es angemessen, dass langjährige Ehrenämter, die Interesse und Engagement bezeugen, bei der Studienplatzbewerber-Auswahl berücksichtigt würden. Ich warte mit meinem Abi-Schnitt von 1,8 seit zwei Jahren auf einen Medizin-Studienplatz. Mein Engagement spielt bei der Auswahl leider keine Rolle. Manchmal wüsste ich auch gern, was aus meinen Patienten geworden ist. Immer wieder behandeln wir Menschen und wissen am Ende nicht einmal, was der Patient hatte. kög

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